Wer spielt welche Rolle?

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Opfer

Manchmal wird statt des Begriffes “Opfer” auch der Begriff “Betroffene*r” verwendet. Dabei ist manchen der Begriff Opfer zu hart, anderen kann er wiederum nicht hart genug sein, da Mobbing eine extrem schlimme Form von Gewalt ist, die das Opfer tatsächlich kaputt machen kann – körperlich wie seelisch.

Egal welchen dieser zwei Begriffe du bevorzugst, am allerwichtigsten ist es, nicht zu übersehen/zu vergessen, dass jene Person, die gequält, schikaniert und verletzt wird, Hilfe braucht.

Gibt es das typische Opfer? Nein!

Zugegeben, es gibt Eigenschaften und Merkmale an Menschen, die einem vielleicht in den Sinn kommen, wenn man an ein Opfer denkt. Meist sind das Merkmale, die einen Menschen schwach erscheinen lassen, ihn von der Mehrheit unterscheiden oder die in der jeweiligen Gruppe gerade nicht “angesagt” sind.

rote Haare, Brille, eine dicke Person unter lauter dünnen, eine sehr kleine, zarte und schwache, Person, eine musizierende Person unter lauter sportlichen, der/die Klassenbeste,…

Aber die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass es zum Großteil von der jeweiligen Gruppe abhängt, ob sie es zulässt, dass jemand zum Opfer wird. Es gibt Gruppen, in denen ALLE gut aufgehoben sind und ihren Platz haben, egal wie sie aussehen, sich verhalten,... In solchen Gruppen wird auf Schwächere geschaut, es wird eingeschritten, wenn jemand sich ihnen gegenüber gemein verhält.

Und es gibt Gruppen, in denen eine Person fertig gemacht wird, und kein Mitglied aus der Gruppe setzt sich für das Opfer ein und hilft ihm.

Ein Kriterium von Mobbing, das das Opfer betrifft, ist das Kräfteungleichgewicht dieses Ungleichgewicht der Kräfte muss sich nicht zwingend auf körperliche, also Muskelkraft beziehen. Auch eine sehr kleine, zarte Person kann einen großen, starken, muskulösen Menschen ganz gemein mobben, wenn sie ihm in irgendeiner Weise überlegen ist. Es ist zum Beispiel vorstellbar, dass die körperlich schwächere Person die stärkere Person mit Worten fertig macht.zwischen Täterperson und Opfer, das über kurz oder lang zu einer Ohnmacht des Opfers Ohnmacht (="ohne Macht"): das Opfer kann sich nicht mehr wehren und sich nicht mehr selbst aus dieser Lage befreien. Es braucht unbedingt Hilfe von außen.führt.

Kann jede*r zum Opfer werden? Ja!

Selbstbewusstsein schadet nie, ist aber leider dennoch keine Garantie dafür, dass es nicht auch dir passieren kann und du zum Opfer wirst. Manchmal reicht es schon, als “Neue*r” zu einer Gruppe zu stoßen und dabei vielleicht unwissentlich jemandem den Platz wegzunehmen.

Man sollte sich also wirklich immer daran erinnern, dass es auch einen selbst treffen kann. Das sollte die Motivation sein, einem Opfer zu helfen.

Wichtig ist: das Opfer ist NICHT selber schuld daran, gemobbt zu werden!

Wie kann man einem Opfer helfen?

Trotz Angst oder Scham ist es wichtig, dass Opfer über ihre Situation reden und sich Hilfe holen.

Vielleicht bist du dir nicht sicher, wie du helfen kannst und ob du das alleine schaffst. Aber das einzig Falsche, was du tun kannst, ist NICHTS zu tun. Für deine Hilfe gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Das Opfer muss vor körperlichen Angriffen geschützt werden. Überleg dir, ob du das selber schaffst oder ob du Hilfe holen musst.
  • Das Opfer braucht jemanden, dem es seine Probleme erzählen kann. Du kannst einem Opfer sehr helfen, indem du zuhörst. Dabei geht es noch nicht einmal um das Finden von Lösungen, sondern das Gefühl für das Opfer “da gibt es jemandem, dem es nicht egal ist, wie es mir geht und der zuhört”.
  • Das Opfer traut sich nicht, um Hilfe zu bitten. Das Einfachste ist, du fragst das Opfer, wie es ihm geht und ob es deine Hilfe braucht. Vielleicht ergänzt du das noch mit “ich habe nämlich beobachtet, dass es dir gerade nicht gut geht und was die anderen dir antun”.

Denn alle haben das Recht respektiert zu werden, aber niemand hat das Recht andere zu verletzen.

Soll sich ein Opfer wehren? Ja!

Der Wunsch “ich stell mich tot und dann hört es auf” geht leider nur sehr selten in Erfüllung. Viel eher wird Mobbing dadurch beendet, dass sich das Opfer adäquat (angemessen, passend) wehrt, wobei die Schwierigkeit genau darin liegt: wie wehrt man sich passend?

Häufig schafft das Opfer es aber gerade nicht, sich zu verteidigen und zu wehren. Das liegt manchmal daran, dass es alleine gegen viele dasteht. Oder das Opfer versucht gar nicht sich zu wehren, weil es damit schlechte Erfahrungen gemacht hat und alles nur noch schlimmer wurde. Oder es denkt, dass es sowieso keine Kontrolle über das Geschehen habe, dass es ja doch nichts nütze, weil niemand auf seiner Seite stehe.

Gefühle von Hilflosigkeit, Angst und Ausgeliefert sein können bewirken, dass sich das Opfer immer mehr als Versager fühlt und denkt, es sei nichts mehr wert.

gib nicht auf, dich zu wehren. Versuche verschiedene Arten, dich zu wehren. Hol dir Hilfe, es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten.

biete deine Hilfe an! Und wenn es nur ist, dass du dem Opfer zeigst, dass es nicht alleine ist.

Das provozierende Opfer

Kennst du das: in einer Gruppe wird eine Person gemobbt, die sich aber selbst auch nicht korrekt verhält, teilweise sogar richtig provoziert. Von den Gruppenmitglieder hört man dann: “Das Opfer ist ja selber schuld, wenn er/sie so blöd tut...!” Die Hilfsbereitschaft der anderen ist folglich oft auch nicht mehr gegeben. Manchmal geht es sogar so weit, dass man als Außenstehende*r gar nicht mehr richtig erkennen kann, wer nun Täter*in oder Opfer ist.

Das provozierende Opfer ist also jemand, der es richtig darauf anlegt, dass die Täterperson mit den Gemeinheiten startet. Dennoch leidet das Opfer unter dieser Behandlung, kann aber oft nicht mehr mit der Hilfe der übrigen rechnen, weil es sich selbst so unmöglich und störend verhält. Vielleicht hat das provozierende Opfer auch nur wenige oder keine Freund*innen mehr.

Aber auch für das provozierende Opfer gilt: NIEMAND hat es verdient, gemobbt zu werden, aus einer Gruppe ausgeschlossen, erniedrigt und gedemütigt zu werden. NIEMAND!

Das Mobbing hat zu stoppen!

Das provozierende Opfer muss (s)einen Beitrag dazu leisten und das provokante Verhalten ebenfalls stoppen oder ändern. Es muss Grenzen akzeptieren und einhalten.

Wenn du Teil dieser Gruppe bist, ist es vielleicht sehr schwierig, dem provozierenden Opfer zu vermitteln, was sein Anteil am Mobbing ist. Es kann helfen, das Verhalten vom provozierenden Opfer und der Täterperson eine Zeitlang zu beobachten (wer hat was gemacht, wer hat angefangen, was ist davor passiert,…) und darüber mit einer Person zu sprechen, die nicht direkt Teil der Gruppe ist (z.B. Lehrer*in, Trainer*in,…)

 

Patronat
Quelle/n
Gugel, G. (2010). Handbuch Gewaltprävention II, Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. / ÖZEPS (Hrsg.). (2018). Mobbingprävention im Lebensraum Schule.

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