Gewalt ist

Inhalt

Man fügt sich selbst Schaden zu

Manche Jugendliche schädigen sich selbst, z.B. sie verletzen ihren Körper, konsumieren Drogen oder betrinken sich, riskieren Verletzungen oder gefährden das eigene Leben durch risikoreiche Aktivitäten. Die extremste Form von Gewalt gegen sich selbst ist Suizid.

Jugendliche kennen verschiedene Formen, sich selbst Schaden zuzufügen:

Durch Selbstverletzungdie Haut ritzen oder schneiden, sich Wunden zufügen, sich selbst schlagen oder Verbrennungen zufügen, den Körper bis zur totalen Erschöpfung/ zum Zusammenbruch auspowern usw. wird der eigene Körper geschädigt und Schmerz erzeugt.

Durch Risikoverhaltenmit überhöhter Geschwindigkeit fahren, ungeschützten Sex haben, Gegenstände und Waren stehlen (Kleptomanie) usw. provoziert man Verletzungen, gefährdet das eigene Leben (provoziert z.B. einen Unfall) oder beteiligt sich an Aktionen, die den eigenen Ruf schädigen.

Durch SuchtverhaltenAbhängigkeit von Suchtmitteln: Alkohol, Tabak, illegalen Drogen, Medikamente; Abhängigkeit von Tätigkeiten: Glücksspielen, übermäßigem Konsum von Computer-Games, Dinge kaufen, die man sich nicht leisten kann..., d.h. Abhängigkeit von Substanzen (z.B. Medikamente, Drogen, Nikotin) oder Tätigkeiten (z.B. übermäßiges Gamen), setzt man die eigene Gesundheit aufs Spiel und verpasst wichtige Chancen im Leben, wie z.B. die Berufsausbildung.

Durch Essstörungenunkontrolliertes Essen, große Mengen essen und gleich wieder erbrechen (Bulimie), Essen verweigern (Magersucht, Anorexie) belastet man den eigenen Körper und verhindert eine gesunde Entwicklung im Jugendalter.

Verbreitung

Studien zeigen auf, dass ca. 20 – 25 % der Jugendlichen in Österreich sich schon einmal absichtlich selbst verletzt haben. 4 % davon sogar schon öfter.

Es sind aber eher Mädchen bzw. Frauen, die selbstverletzendes Verhalten zeigen.

Gründe - Jugendliche berichten

Warum fügen sich junge Menschen Schmerzen zu oder schaden sich selbst? Stefan, Nicole, Luca, Daniela, Rainer und Sandra haben ihre Gründe genannt…

  • Stefan: „Ich lebe, wenn ich mit 170 km/h auf der Autobahn rase. Meine Mutter hat große Ängste…“
  • Nicole: „Ich esse so viel ich kann und dann erbreche ich wieder. Dann fühle ich mich besser. Ich spüre, wie ich meine Angst und Verzweiflung so im Griff habe. Mein Freund macht sich große Sorgen um mich.“
  • Luca: „Wenn ich etwas stehle, hoffe ich entdeckt zu werden. Die Angst, die ich spüre, regt mich an. Dass ich in Schwierigkeiten geraten könnte, darüber mache ich mir wenig Gedanken.“
  • Daniela: „Der Druck, der sich aufgestaut hat, lässt nach. Deswegen ritze ich mich. Und wenn die anderen meine Verletzungen sehen, beachten sie mich. Ich fühle mich wohl, wenn sie sich um mich kümmern. Auch wenn meine Arme grässlich aussehen und mein Freund droht, mich zu verlassen.“
  • Rainer: „Ohne Alkohol wäre es langweilig. Wenn ich nicht trinke, gehöre ich nicht zu meiner Clique. Mist ist nur, dass mein Kollege deswegen einen Unfall hatte.“
  • Sandra: „Wenn ich nach dem Rennen total erschöpft bin und zusammenbreche, dann bin ich stolz auf meine Leistung. Mir ist häufig schwindlig. Daran versuche ich nicht zu denken.“ 
Patronat
Quelle/n
Gugel, G. (2008). Handbuch Gewaltprävention I, Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. / Gugel, G. (2010). Handbuch Gewaltprävention II, Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. / SUPRO – Gesundheitsförderung und Prävention. (o.J.). Ritzen, Schneiden, Brennen – Warum junge Menschen sich selbst verletzen.
Autor/-in
Heidi Bassin
Elisabeth Zurl-Zotter

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