Hilfsbereitschaft & Zivilcourage

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Hilfe holen

Nicht immer traut man sich, direkt einzugreifen: Manchmal ist die Situation zu gefährlich, manchmal zu kompliziert. Wenn du merkst, dass du in einer Situation Angst hast oder dich unsicher fühlst, dann ist es besser, wenn du versuchst, Hilfe zu organisieren.

Hilfe holen kannst du immer! Und ob du es tust oder nicht, macht für das Opfer oft einen großen Unterschied.

Du würdest Kopf und Kragen riskieren, wenn du direkt eingreifen würdest. Ganz besonders, wenn Leute bereits aufeinander losgehen, ist es wichtig, kein Risiko einzugehen. Wenn du am Schluss selbst am Boden liegst, hat sich die Situation nicht verbessert. Und dann zu überlegen, wie du am besten und ohne Risiko zu einer Besserung der Situation beitragen kannst: Du kannst immer die Polizei anrufen, wenn etwas am Ausarten ist. Du kannst dich auch immer auf die Suche nach anderen Leuten machen, wenn dir die Lage zu heiß ist, um allein etwas zu unternehmen.

Manche Situationen sind zu kompliziert, du bist schließlich kein Profi zum Thema Gewalt, sondern hast nur zufällig beobachtet, dass da etwas schief läuft... Manchmal ist eine Situation für uns einfach eine Schuhnummer zu groß. Dein Schulkollege wird in seiner Klasse gemobbt. Du hast den Verdacht, dass eine Freundin zu Hause sexuelle Gewalt erlebt. Ein Freund erzählt, dass ihn sein Vater regelmäßig verprügelt. Du bemerkst, dass eine Schulkollegin sich ritzt. Auch in solchen Situationen braucht es jemanden, der eingreift – aber was kannst du schon machen? Genau, auch hier kannst du Hilfe holen.

Du kannst auch überlegen wer zuständig ist für diese Art von Problemen in deiner Schule? Welche Beratungsstellen gibt es, die dir in dieser Situation helfen können? Oder wem vertraust du genug, dass du mit ihm oder ihr über deinen Verdacht oder deine Beobachtung sprechen könntest? Denn wenn du das einfach allein mit dir rumträgst, dann fängt es an, auch dich zu belasten! Es ist also auch in deinem Interesse Hilfe zu holen.

Viele Leute entscheiden leider in solchen gefährlichen oder schwierigen Situationen, einfach nichts zu tun. Doch damit ist dem Opfer nicht geholfen. Und was zurückbleibt, ist meistens ein ungutes Gefühl im Bauch. In besonderen Fällen ist unterlassene Hilfeleistung auch strafbar (siehe „Muss ich zivilcouragiert handeln?“). Wenn du Hilfe holst, kann deine Handlung für das Opfer wichtige Auswirkungen haben, über die du stolz sein kannst.

Patronat
Quelle/n
ZARA - Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit. (2020). Rassismus-Report 2019. / ETC Graz. (o.J.). Folder: Anleitung zur Zivilcourage / Meyer, G., Dovermann, U., Frech, S. & Gugel, G. (Hrsg.). (2004). Zivilcourage lernen: Analysen, Modelle, Arbeitshilfen. Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. / Lünse, D., Nöllenburg, K., Kowalczyk, J. & Wanke, F. (2011). Zivilcourage können alle!: Ein Trainingshandbuch für Schule und Jugendarbeit. Verlag an der Ruhr. / Lünse, D., Rohwedder, J. & Baisch, V. (2001). Zivilcourage: Anleitung zum kreativen Umgang mit Konflikten und Gewalt. Agenda-Verlag.
Autor/-in
Heidi Bassin
Elisabeth Zurl-Zotter

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