Tipps gegen Gewalt

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Wut und Frustration

Wahrscheinlich bist du wütend oder frustriert, wenn du das Gefühl hast, ungerecht behandelt oder benachteiligt zu werden oder wenn etwas nicht so funktioniert, wie du es dir gewünscht hast. Entscheidend ist, wie du mit diesen Gefühlen umgehst.

Wut und Frust sind wie tobende innere Unwetter, die scheinbar unaufhaltsam übers Land fegen: Mächtige Gefühle! Grundsätzlich ist gegen deine Wut nichts einzuwenden, alle Menschen kennen diese Gefühlsstürme! Sie dürfen nur nicht zu einer zerstörerischen Kraft werden, ohne Rücksicht auf Verluste.

Wut und Frust positiv nützen 

Diese Gefühle können dir aber auch die Kraft geben, Dinge die nicht funktionieren, auf eine neue Art und Weise in Angriff zu nehmen - um im zweiten Anlauf Erfolg zu haben.

Das funktioniert vor allem dann, wenn du lernst, die inneren Unwetter von Wut und Frust als Zeichen zu sehen: Sie weisen dich darauf hin, dass deine inneren Drähte zu heiß glühen, also ist erst mal Abkühlung angesagt! Mach Pause, atme tief und langsam durch, denke an Dinge, die dir Spaß machen, entspanne deine Kiefermuskeln und deine Schultern. Du wirst dabei spüren, wie ein inneres Schutzschicht entsteht, das dir hilft, das Unwetter zu überstehen. Die Wut wird sich in Kraft verwandeln - jetzt kannst du cool, richtig und voller Energie handeln.

Stefan, Anna und Max haben auch diese Erfahrung gemacht. Hier ihre Geschichten...

... hat die Geschichte-Prüfung nicht bestanden. Er versteht nicht warum. Noch gestern hat er mit Thomas gelernt und bemerkt, dass er mehr als Thomas wusste. Thomas hat die Prüfung aber bestanden. 

„Das ist eine Sauerei“, denkt Stefan. Wütend geht er nach Hause und macht alles Mögliche, um Thomas auszuweichen. Zu Hause schließt sich Stefan in seinem Zimmer ein, atmet tief durch, hört seine Lieblingsmusik und langsam beruhigt er sich. Seine Wut nimmt ab, sein Stolz ist aber immer noch verletzt. 

Stefan überlegt: „Das nächste Mal muss es anders gehen“. Er entscheidet sich, mit Thomas zu diskutieren, was er in der Geschichteprüfung geschrieben hat. Zwar wusste Thomas weniger, aber vielleicht hatten sie gestern die falschen Themen bearbeitet. Zudem entscheidet er sich, den Geschichtelehrer das nächste Mal genau zu fragen, welche Themen für die Prüfung gelernt werden müssen, so dass er auch richtig vorbereitet ist. 

Stefan merkt, dass er nun, anstatt Wut, eine neue Motivation spürt, das nächste Mal bessere Ergebnisse zu erzielen.  

… wollte auf eine Party gehen. Ihre Klassenkollegin Sandra, die die Party organisiert, hat sie aber nicht eingeladen. Anna findet das gemein und ungerecht.

Eigentlich würde sie gerne allen sagen, die Party zu boykottieren, sie weiß aber, dass nur ihr Freund Lukas zu ihr halten würde. Um sich zu beruhigen, geht Anna an einen ruhigen Ort, den nur sie kennt: Unter einem Baum beim Fluss schafft sie es, sich zu entspannen und wieder klar zu denken. Ihre Wutgefühle verwandeln sich in kreative Handlungskraft: Sie entscheidet, selbst eine Party zu organisieren, eine Woche später: Zusammen mit Lena. Sie weiß, dass Lena viele Freund*innen hat, die gerne dabei sein werden.

... ist in der Schule frustriert, weil seine Noten schlecht sind. Er gibt sich schon Mühe, doch das Lernen ist nichts für ihn. Er ist jedes Mal frustriert, wenn er eine schlechte Note erhält. Dann schaut er Noah, David, Lea, Martina und Sarah zu und beneidet sie, weil sie scheinbar ohne Aufwand und ohne Zittern jedes Mal die Besten der Klasse sind.

Max wäre so froh, einmal selbst die Nummer eins zu sein. Und siehe da: an einem Schnuppertag bei einem Sportverein entdeckt er, dass er wahnsinnig schnell rennen kann. Mit Freude entscheidet er sich, regelmäßig zu trainieren, um bald an seinem ersten Athletik-Wettbewerb teilzunehmen. Er hat eine Aktivität entdeckt, bei der er mithalten kann. Er ist stolz drauf, seine Familie und Freunde auch.  

Patronat
Autor/-in
Heidi Bassin
Elisabeth Zurl-Zotter

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