Jedes Kleidungsstück ist ein aufwendiges Produkt, für das Rohstoffe, Energie und Wasser verbraucht und Menschen hart gearbeitet haben. Viel zu oft wird Kleidung zu wenig wertgeschätzt oder gar vernichtet.
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Für die Produktion eines Kleidungsstückes muss zuerst der Rohstoff gewonnen werden. Meist ist das Baumwolle oder Polyester. Für die Erzeugung von Baumwolle braucht es große Felder, Wasser und Düngemittel. Polyester wird energieintensiv aus Erdöl gewonnen. Die Rohstoffe werden durch Spinnen, Weben, Färben und Bleichen weiterverarbeitet. Das passiert zum großen Teil in Billiglohnländern wie China oder Bangladesch unter schlechten Arbeitsbedingungen. Bis ein fertiges Kleidungsstück im Geschäft ankommt wurde es 20.000 Kilometer transportiert. Das ist eine halbe Erdumrundung!
Was heißt FAST FASHION?
Fast Fashion meint die heute weit verbreitete Form Kleidung schnell, günstig, mit kurzer Haltbarkeit, umweltschädlich und in schlechten Arbeitsbedingungen zu produzieren. Modetrends wechseln schnell: Was heute noch aktuell ist wird morgen schon entsorgt.
Probleme von Fast Fasion
Klimawandel: In der Herstellung und beim Transport von Kleidungsstücken wird jede Menge Energie benötigt. Energie wird weltweit größtenteils noch aus Kohle, Öl und Gas gewonnen. Bei deren Verbrennung entstehen Treibhausgase, die zum Klimawandel beitragen. Die Modeindustrie ist Verursacher von 10% der weltweiten Treibhausgasemissionen.
Umweltschäden & Mikroplastik: In der Herstellung der Rohstoffe werden massenweise Schädlingsbekämpfungsmittel und Düngemittel eingesetzt. Diese führen zur Vergiftung von Wasser und Böden und zum Sterben von Tieren. Besonders schädliche Fabriken leiten sogar giftige Abwässer in Flüsse. Weiters kommt ein Drittel des Mikroplastiks in Meeren von der Fast Fashion Industrie.
Arbeitsbedingungen: Ein Großteil der Fast Fashion wird in Billiglohnländern wie China oder Bangladesch hergestellt, wo Menschen zum Teil sehr schlechte Arbeitsbedingungen haben. Etwa müssen Menschen extrem hart und lange arbeiten und bekommen zu wenig Geld, um sich Wohnen und Essen zu leisten.
Abfallproblem: Um Menschen immer und jederzeit mit den schnell wechselnden neuen Trends versorgen zu können produzieren Modekonzerne mehr Kleidung als benötigt wird. Deshalb wird etwa ein Drittel aller produzierten Kleidungsstücke ungebraucht entsorgt. Nach dem Gebrauch weggeworfene Kleidung wird meistens auf Mülldeponien verbrannt und nur ein winziger Teil (1%) recycelt.
Lösungen, die man selbst machen kann
Weniger neu kaufen & Kleidung reparieren: Die nachhaltigste Lösung ist, wenn weniger Kleidung gekauft wird. Wenn Kleidung länger getragen und repariert wird muss weniger neu produziert werden.
Secondhand: Jemand der ein Kleidungsstück nicht mehr braucht, kann es jemanden verkaufen oder schenken der es braucht. Das kann mit Freunden, in Secondhandgeschäften oder über Secondhandwebsites geschehen.
Nachhaltige Mode: Manche Modeunternehmen versuchen Kleidung nachhaltig herzustellen. Sie verwenden nachhaltigere Rohstoffe wie etwa recycelte Materialien oder Bio-Baumwolle, weniger Chemikalien und zahlen Angestellten faire Gehälter. Nachhaltig produzierte Kleidung kann durch ein Gütesiegel oder nachhaltige Materialien am Etikett erkannt werden. Manche Kleidungsgeschäften sind auf nachhaltige Mode spezialisiert.
Bewusst Waschen: Das Waschen eines Kleidungsstückes verbraucht über seine Lebensdauer hinweg etwa gleich viel Energie wie die Produktion. Beim Waschen kann Energie gespart werden indem mit möglichst voller Waschmaschine und geringer Temperatur (30 Grad) gewaschen wird. Weiters wird weniger Energie verbraucht, wenn die Wäsche zum Trocknen aufgehängt wird, anstatt einen Wäschetrockner zu verwenden.
Maßnahmen für die Politik
Kreislaufwirtschaft: Mit einem Gesetz kann die Politik eine Mindestmenge vorgeben, die recycelt werden muss. So werden die Materialien in einem Kreislauf gehalten und nicht entsorgt.
Verbot neue Kleidung zu vernichten: Es ist ein Problem, dass ein Drittel aller produzierten Kleidungsstücke von Modekonzernen ungebraucht entsorgt wird. Deshalb verbietet die Europäische Union seit 2026 Großkonzernen die Zerstörung und Entsorgung von unverkaufte Textilien und Schuhe.
Recht auf Reparatur: Wenn ein Kleidungsstück kleine Schäden hat, würde das Recht auf Reparatur Unternehmen dazu verpflichten, die Möglichkeit einer Reparatur anzubieten.
Produktionsstandards: Länder können Gesetze erlassen, die Modekonzerne dazu verpflichten, den Arbeiter:innen faire Löhne zu zahlen und nachhaltig zu produzieren.
» Die Europäische Union hat 2022 eine Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien vorgestellt. Ziel ist, Kleidung nachhaltiger, langlebiger und recyclingfähiger zu machen. Seit diesem Zeitpunkt werden Schritt für Schritt Verordnungen und Gesetze erlassen, die Fast Fashion verdrängen und eine nachhaltige Modeindustrie schaffen sollen.
Kleidung, die uns gefällt, in der wir uns wohlfühlen und die gleichzeitig unsere Erde schont ist möglich!Dafür sind Verhaltensänderungen von uns Menschen, Erfinderreichtum von Unternehmen sowie weitere Maßnahmen von der Politik erforderlich.
Niinimäki, Kirsi; Peters, Greg; Dahlbo, Helena; Perry, Patsy; Rissanen, Timo; Gwilt, Alison (2020): The environmental price of fast fashion. In Nat Rev Earth Environ 1 (4), pp. 189–200. DOI: 10.1038/s43017-020-0039-9
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Olivar Aponte, Nadia; Hernández Gómez, Jesús; Torres Argüelles, Vianey; Smith, Eric D. (2024): Fast fashion consumption and its environmental impact: a literature review. In Sustainability: Science, Practice and Policy 20 (1), Article 2381871
Autor/-in
Johannes Wittmann
Fokus
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Mentale Gesundheit – der Begriff klingt medizinisch und abstrakt. Doch gemeint ist damit etwas sehr Persönliches!
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