Basics zu Sexualität und sexueller Bildung
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Menstruation, Verhütung und Schwangerschaft

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Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Regelblutung und endet am letzten Tag vor Beginn der nächsten Blutung. Bei jungen Frauen muss sich der Zyklus erst einpendeln. Die Dauer des Zyklus ist von Frau zu Frau unterschiedlich, beträgt aber zwischen 21 und 35 Tagen. Stress, emotionale Belastungen und Reisen beeinflussen den Zyklus und können ihn verschieben. Beim Eisprung verlässt eine reife Eizelle den Eierstock und wandert den Eileiter hinunter bis in die Gebärmutter. Rund um den Eisprung liegen die fruchtbaren Tage. Wann genau der Eisprung stattgefunden hat, können Frauen erst im Nachhinein berechnen. Er liegt etwa 14 Tage vor dem ersten Tag der Regelblutung. Auch mit regelmäßigem Zyklus wissen Frauen im Vorhinein nicht, wann ihr Eisprung stattfindet. Da Samenzellen im Körper bis zu sieben Tage überleben können, ist es möglich auch während der Regelblutung schwanger zu werden. Paare, die nicht schwanger werden möchten, verhüten jedes Mal.

Laut HBSC-Studie 2021/22 verhüten sexuell aktive Schüler:nnen am häufigsten mit Kondom. In ca. 35 % aller Fälle verwenden sie es allein und in 19 % gemeinsam mit der Antibabypille. Ungefähr 17 % verhüteten beim letzten Verkehr gar nicht oder mit einer anderen Methode. Fast die Hälfte der befragten Jugendlichen (47 Prozent) gibt an, dass beide Partner:innen für Verhütung zuständig sind (Österreichischer Verhütungsreport).

Neben der Pille zählen Pflaster, Verhütungsring, Hormonimplantat (Stäbchen), Hormonspirale und Dreimonatsspritze zu den hormonellen Verhütungsmitteln. Kupferspirale, Kupferkette, Diaphragma und chemische Verhütungsmittel wie Cremen und Gels wirken ohne Hormone. Frauen, die die natürliche Verhütung anwenden, beobachten täglich Körpertemperatur, Gebärmutterschleim und Muttermund. Der Coitus Interruptus, wenn der Junge vor dem Samenerguss seinen Penis aus der Scheide zieht, zählt zu den unsichersten Verhütungsmethoden. Davor im Lusttropfen enthaltene Samenzellen können zu einer Schwangerschaft führen. Der Pearl-Index gibt an, wie sicher ein Verhütungsmittel eine Schwangerschaft verhütet. Wenden 100 Frauen ein Jahr lang dieselbe Methode an und werden 3 von ihnen in diesem Zeitraum schwanger, beträgt der Pearl-Index 3. Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer das Verhütungsmittel. Die Pille hat einen Pearl-Index von 0,1-0,9. Das heißt zwischen einer und neun von 1000 Frauen, die mit der Piller verhüten, werden in einem Jahr schwanger. Beim Kondom liegt der Index bei 2-12. Die kleinere Zahl bezieht sich darauf, dass die Paare das Verhütungsmittel richtig verwenden, die höhere Zahl umfasst Anwendungsfehler. Egal für welche Verhütungsmethode ein Paar sich entscheidet: es sollte wissen, wie es die Methode richtig anwendet. Das perfekte Verhütungsmittel gibt es nicht. Informationen unterstützen Paare, die für sie passende Entscheidung zu treffen.

In Österreich haben im Jahr 2018 rund 1.170 Mütter unter 20 Jahren ein Kind zur Welt gebracht. Ist eine Schwangerschaft ungewollt, und können sich werdende Eltern nicht vorstellen das Kind zu bekommen und die Erziehung zu übernehmen, bestehen mehrere Möglichkeiten: die Obhut für das Kind eine bestimmte Zeit einer Pflegefamilie zu übertragen, das Kind zur Adoption freizugeben oder die Schwangerschaft abzubrechen. In Österreich können Frauen innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate entscheiden, ob sie die Schwangerschaft abbrechen möchten. Eine Ärztin oder ein Arzt führt den Abbruch nach einem Aufklärungsgespräch durch. Ab dem 14. Lebensjahr benötigt ein Mädchen dafür keine Einverständniserklärung ihrer Erziehungsberechtigten. Hauptgründe für ungewollte Schwangerschaften sind, dass Paare falsch oder nicht verhüten.

 Stand: November 2025

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