Die Pubertät ist eine aufregende Zeit, in der der Körper erwachsen wird und sich Denken und Fühlen verändern.
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In der Pubertät regt das Gehirn durch bestimmte Signale die Bildung von Sexualhormonen in den Nebennieren und in weiterer Folge in den Keimdrüsen (Eierstöcke und Hoden) an. Die Sexualhormone sind Östrogen (Mädchen*) und Testosteron (Burschen*). Sie lösen einen Wachstumsschub aus. Auch der Kehlkopf wächst. Dadurch wird die Stimme tiefer. Während der Kehlkopf wächst, kann die Stimme hoch/schrill und dann wieder tief und krächzend sein. Das nennt man Stimmbruch. Da Jungen* einen größeren Kehlkopf entwickeln, ist der Stimmbruch bei ihnen stärker ausgeprägt. Durch den Einfluss der Geschlechtshormone wachsen die inneren und äußeren Genitalien.
Bei Mädchen* kommt es meist zwischen dem 9. und 16. Geburtstag zur ersten Regelblutung, bei Burschen* zwischen dem 11. und 15. Geburtstag zum ersten Samenerguss.
Vor der ersten Regelblutung bemerken die meisten Mädchen den sogenannten Weißfluss (durchsichtiger bis gelblich/weißlicher Schleim) in der Unterhose, der anzeigt, dass die Hormonproduktion für den Zyklus bereits begonnen hat. Die Eizellen sind bereits ab der Geburt in den Eierstöcken angelegt. Mit Einsetzen der Pubertät befinden sich in den Eierstöcken ca. 400.000 Eizellen. In der Pubertät wachsen unter den Achseln und im Intimbereich Körperhaare. Bei Jungen* beginnt der Bartwuchs, bei manchen entsteht eine vermehrte Körperbehaarung auf Brust, Armen und Beinen.
Bei Mädchen* beginnen die Brüste ungefähr zwischen 10 und 13 Jahren zu wachsen. Brüste können unterschiedlich wachsen und sind auch bei erwachsenen Frauen nicht ganz symmetrisch. Größe, Form und Farbe von Brüsten und Brustknospen sind unterschiedlich und bei jeder Frau einzigartig. Gegen mögliche Wachstumsschmerzen können tägliche Massagen unter der Dusche oder mit Körpercreme helfen. Auch Jungen* haben ein Brustwachstum, es ist nicht sicht-, aber oft spürbar. Es kommt auch zu Veränderungen bei den Schweißdrüsen, was zu verstärktem Schwitzen und Körpergeruch führt. Körperhygiene (regelmäßiges Duschen – Intimbereich nur mit lauwarmem Wasser – und Haare waschen) ist wichtig. Intimrasur ist eine aktuelle Modeerscheinung, für oder gegen die sich jede:r selbst entscheiden kann, und ist aus hygienischer Sicht nicht notwendig.
Während der Pubertät verändert sich auch das Gehirn. Es werden neue neuronale Verbindungen geschaffen und alte funktionieren nicht mehr so wie früher. Das kann sich auch auf die Gefühle auswirken. Es kann sein, dass man plötzlich viel schneller wütend wird als früher oder, dass traurige und fröhliche Gefühle fast gleichzeitig da sind oder rasch abwechseln (Stimmungsschwankungen). Pubertierende Menschen können in der Kommunikation mit anderen Personen manchmal Emotionen nicht so lesen wie vor der Pubertät und reagieren daher vielleicht in den Augen des Gegenübers „falsch“. Das wirkt irritierend. Jugendliche tun dies jedoch nicht absichtlich. Es ist eine Folge der Umstrukturierung im Gehirn. Die Konnektivität verändert sich: vom gut funktionierenden Kinder- bis zum gut funktionierenden Erwachsenengehirn. Die dazwischenliegende Pubertät kann als Umbauprozess des Gehirns betrachtet werden. Dieser intensive Lernprozess führt dazu, dass Jugendliche sehr viel Schlaf brauchen. Auch die sogenannte „innere Uhr“ verändert sich. Selbst passionierte Frühaufsteher:innen werden in dieser Lebensphase oft zu Langschläfer:innen. Jugendliche entwickeln in der Pubertät ihre eigene Identität und Persönlichkeit (weiter) und lösen sich von ihren Eltern ab. In dieser spannenden Lebensphase brauchen sie verständnisvolle Erwachsene.
Stand: November 2025
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