Das Internet ist für Jugendliche das beliebteste Medium, um sich zu Sexualität zu informieren. Dabei stoßen sie u.a. auf verzerrte, unseriöse Informationen, Mythen und unrealistische Bilder. Jugendliche brauchen Erwachsene, die irreführende Informationen und Bilder aus dem Internet korrigieren und ihnen etwas entgegensetzen.
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Das erste Mal
Eine schweizer Studie zeigt, dass Jugendliche heute entgegen verbreiteter Meinung ihre ersten sexuellen Erfahrungen nicht früher machen. In der österreichischen HBSC-Studie 2021/22 geben etwa drei Viertel der Schüler:innen der 9. und 11. Schulstufe an, noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. In einer deutschen Studie hatten etwas mehr als die Hälfte der 16-Jährigen noch keinen Geschlechtsverkehr, mit 17 Jahren sind es 42 %. Rechtlich sind sexuelle Kontakte erlaubt, wenn die Beteiligten älter als 14 Jahre und beide einverstanden sind. Es gibt Ausnahmen für 12- und 13-jährige Jugendliche, wenn der Partner nicht mehr als 3 Jahre älter ist.
Sexuelle Erregung
Wann der richtige Zeitpunkt für das erste Mal ist, entscheidet jede:r Jugendliche selbst. Der richtige Moment ist dann, wenn Kopf und Bauch grünes Licht geben und das Mädchen bzw. der Junge erregt sind. Bei Burschen ist das durch den steifen Penis augenscheinlich. Bei Mädchen fließt das Blut ebenfalls in die Sexualorgane. Scheidenlippen und Klitoris schwellen an, die Scheide produziert mehr Feuchtigkeit und wird bereit, etwas in sich aufzunehmen. Für Mädchen ist es wichtig, die Zeichen ihrer Lust zu kennen. Denn Schmerzen beim ersten Mal gehören nicht dazu. Sie können bedeuten, dass der Kopf JA, aber der Körper NEIN sagt.
Selbstbefriedigung
Selbstbefriedigung ist etwas Persönliches, Intimes und ganz Normales. Unter den 14-jährigen Jungen gibt mehr als die Hälfte an, zu masturbieren, unter den 15-jährigen sind es zwei Drittel. Für junge Frauen ist Selbstbefriedigung stärker tabuisiert. Sie geben in allen Altersgruppen seltener an, zu masturbieren. Manchen Jugendlichen hilft Selbstbefriedigung, sich, ihren Körper und ihre Lust besser kennenzulernen. Andere masturbieren selten oder nie. Auch das ist normal. Das Motto lautet: du darfst (dich berühren), musst aber nicht!
Sexuelle Gewalt
Jedes fünfte Mädchen zwischen 14-25 Jahren gibt in einer deutschen Studie an, sexuelle Gewalt erlebt zu haben. Von den Betroffenen hat jede vierte nach der Gewalterfahrung mit niemandem darüber gesprochen. Betroffene schämen sich wegen des Erlebten oder fühlen sich mitschuldig. Die Information, dass Betroffene von Gewalterfahrungen nie selbst schuld sind, stärkt sie, sich Unterstützung zu holen.
Pornografie
Pornografie ist rechtlich gesehen für Erwachsene ab 18 Jahren bestimmt. Jugendliche können mit dem Gesetz in Konflikt kommen, wenn sie pornografische Bilder oder Videos an nicht Volljährige weitergeben oder sie ihnen zeigen. Tatsächlich kommen die meisten Jugendlichen schon mit Pornografie in Kontakt, bevor sie sich aktiv damit auseinandersetzen (z.B. durch Chat-Gruppen). Das ist natürlich verboten und kann Jugendliche verstören und überfordern. Pornos können auf sie gewalttätig wirken, ihnen Angst machen und sie unter Druck setzen. Es ist wichtig zu kommunizieren, dass Pornos nicht die Realität zeigen und dass echte Beziehungen und Sexualität auf Einverständnis, emotionaler Bindung und gegenseitigem Respekt basieren. Einen Vergleich mit Action-Filmen zu ziehen, kann hilfreich sein: die Darstellung erfolgt durch Schauspieler:innen und technische Tricks; die dort gezeigten Stunts würde man im echten Leben auch nicht nachmachen. Jugendliche profitieren von guten Informationen zum Thema Sexualität und von dialogbereiten erwachsenen Bezugspersonen.
Sexting
Zwei Jugendliche dürfen sich gegenseitig eigene freizügige Aufnahmen (z.B. Nacktbilder, sogenannte „Nudes“ oder „Pics“) zeigen oder senden, wenn die Beteiligten mindestens 14 Jahre alt sind und sie es freiwillig machen. Das Veröffentlichen oder Weiterleiten an andere ist immer verboten! „Safe Sexting“ gibt es laut der Beratungsstelle „saver internet“ aber nicht (z.B. wenn eine Beziehung endet), weshalb Jugendliche auf den Fotos zumindest nicht eindeutig erkennbar sein sollten und den/die Empfänger:in mit Bedacht auswählen sollten.
Setzen Sie die richtigen Zeichen und behalten Sie dadurch alles unter Kontrolle.
Arbeitsblatt
Der weibliche Körper
Was gehört zu den Geschlechtsorganen?
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