Methoden zur sexuellen Bildung von Jugendlichen
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 Methoden zur sexuellen Bildung von Jugendlichen

Sexualaufklärung bedeutet nicht, bloßes Fachwissen zu vermitteln. Sexuelle Bildung trägt dazu bei, ein positives Körperbewusstsein zu vermitteln und das Selbstbewusstsein zu stärken. Sie können die Jugendlichen ermutigen, sich mit ihrem Körper, Gefühlen, Bedürfnissen und Grenzen auseinanderzusetzen. Sie können Übungen durchführen, die das Selbstwertgefühl stärken, Toleranz und Respekt vermitteln. Dies unterstützt Jugendliche, informierte Entscheidungen zu treffen und verantwortungsvoll sich selbst und anderen gegenüber zu handeln.


ÜBUNGEN

Diese Übung stammt aus der Broschüre Erster Sex & große Liebe - Handreichung für Lehrpersonen der Österreichischen Jugendinfos. 

Inhalte und Ziele:

  • Die Jugendlichen reflektieren, wie sich Gefühle im Körper anfühlen können.
  • Sie diskutieren, wie sich Verliebtsein anfühlt und wie erste Kontakte geknüpft werden können.
  • Sie finden Möglichkeiten für sich, was sie tun können, wenn es ihnen nicht so gut geht.

Dauer: 1 Unterrichtseinheit
Materialien: Stifte und Papier, evtl. auch Flip-Chart-Papier
Vorbereitung: Broschüren „Erster Sex & große Liebe“ in Klassenstärke besorgen

Ablauf: 
SCHRITT 1: Die Jugendlichen lesen Seite 24 und 25 in der Broschüre.
SCHRITT 2: In einer Diskussionsrunde werden folgende Fragen gestellt:

  • Woran merkt man denn, dass jemand verliebt ist? 
  • Woran merkt man es bei sich selbst? 
  • Ist Verliebtsein ein schönes Gefühl, oder kann es auch verunsichern oder gar unangenehm sein? 
  • Was kann man tun, wenn man jemanden gerne besser kennenlernen würde? Welche Ideen habt ihr dazu?

SCHRITT 3: „Manchmal kann es sein, dass Menschen sich in jemanden verlieben, die andere Person aber nicht dasselbe fühlt. So etwas ist immer traurig und schmerzhaft. Habt ihr Ideen, was dann helfen kann? Sammeln wir mal auf einer Klaviertastatur.“ Es wird eine Klaviertastatur an die Tafel gemalt. Jeder Vorschlag, den die Jugendlichen bringen, wird in eine der Tasten geschrieben. Je mehr desto besser. „Wenn wir nur wenige Ideen dazu haben, was uns guttut, dann werden die Melodien auf unserem Liebeskummerklavier langweilig und eintönig klingen. Darum ist es immer gut sich zu überlegen, was einem guttut, damit man darauf zurückgreifen kann, wenn es einem mal nicht gut geht.“

SCHRITT 4: Nun dürfen die Schüler:innen ihre ganz persönliche Liste an Dingen schreiben, die ihnen guttun. Ermutigen Sie die Schüler:innen, dass sie diese aufbewahren, um darauf im Notfall zurückgreifen zu können.

Tipp: Wenn wenig eigene Ideen kommen, kann gefragt werden, was sie bei Erwachsenen beobachtet haben oder was sie aus Filmen oder Serien kennen.

 

Diese Übung wurde aus der Broschüre Erster Sex & große Liebe - Handreichung für Lehrpersonen (Österreichische Jugendinfos) und GET! Gesunde Entscheidungen treffen - Materialien für die Volksschule (Module Sexualität - Styria vitalis) adaptiert.

Inhalte und Ziele:

  • Die Jugendlichen reflektieren, was Sex ist und woran Menschen merken, dass sie „bereit“ dafür sind. Sie lernen, dass dies höchst individuell ist.
  • Sie finden Ideen, was sie tun können, wenn sie bemerken, dass sie sich in einer Situation nicht (mehr) wohlfühlen.

Dauer: 1 Unterrichtseinheit
Materialien: Tafel bzw. Flip-Chart Vorbereitung: Kreise aus Papier oder Stoff (zum Auflegen einer Ampel)
Ablauf:

SCHRITT 1: „Was ist Sex?“ Mit dieser Frage kann die Stunde begonnen werden und die Jugendlichen dürfen in kleinen Gruppen versuchen, eine Definition für Sex zu finden. Diese sollen sie auch in ganzen Sätzen verschriftlichen.

SCHRITT 2: Nun werden die Definitionen vorgelesen und besprochen. Was fällt ihnen auf? Sind sie gleich oder unterschiedlich? Was kann alles Sex sein?

SCHRITT 3: „Ich finde das Konzept der Sex-Ampel ganz hilfreich, um zu erklären, was Sex ist. Ihr alle wisst, wie eine Ampel funktioniert?“

Nun kann kurz wiederholt werden, wofür die Ampelfarben stehen. Parallel zur Erklärung wird eine Ampel an die Tafel gemalt oder mit Kreisen gelegt, um das Ganze zu verbildlichen. Grün: Es passt alles. Gelb: Naja, etwas unsicher, ob es gleich weitergeht oder man bremsen soll. Rot: Stopp und Halt.

„Beim Sex braucht es drei grüne Ampeln.“
Die erste grüne Ampel ist der Kopf: Das heißt, dass du die Situation passend findest. Du hast Interesse an Sex, du bist neugierig und hast dir schon Gedanken darüber gemacht, wie es ist, Sex zu haben.
Die zweite grüne Ampel, die es braucht, ist der Bauch (oder die Gefühlswahrnehmung, die die meisten Menschen unterhalb des Brustbeins haben). Fühlst du dich wohl und sicher in der Situation und hast du Lust darauf? Wenn du diese Frage mit ja beantworten kannst, dann ist auch dein „Bauch“ bereit.
Die letzte grüne Ampel ist der Genitalbereich. Eine Vagina ist bereit, wenn sie gut durchblutet und feucht wird. Ein Penis wird steif, wenn die Ampel grün ist. Die meisten haben dann auch ein kribbeliges Gefühl im Genitalbereich, das viele sehr angenehm finden.

Kopf-Ampel:

  • SEX ist okay
  • ICH bin okay
  • ICH mag meinen Körper
  • Die Situation ist richtig

„Bauch“-Ampel:

  • Ich spüre ein gutes Gefühl in meinem Körper.
  • Ich mag Nähe mit mir selbst oder einer anderen Person.
  • Berührung ist angenehm

Genital-Ampel:

  • Das kribbelige Gefühl im Genital ist eindeutig spürbar.
  • Ich spüre mein Geschlechtsorgan in eindeutig lustvoller, angenehmer Weise.

Wenn alle drei Ampeln auf Grün sind, dann bist du bereit für Sex mit dir selbst. Wie viele grüne Ampeln braucht es denn, wenn zwei Menschen miteinander Sex haben wollen? Genau sechs. So kann man sich das wunderbar merken.“

Szenarien, die besprochen werden können:

  • „Wie ist das, wenn man kurz davor oder währenddessen bemerkt: Hoppla! Eine oder mehrere meiner Ampelfarben sind gerade nicht mehr grün. Was kann man da machen? Habt ihr Ideen?“ Hier kann man die Jugendlichen nochmal ermutigen, es sofort zu sagen, wenn sich etwas nicht mehr gut für sie anfühlt. Und dass ein Abbruch der sexuellen Handlungen jederzeit möglich ist. Auch, wenn man schon „Ja“ gesagt hat am Anfang.
  • Wie ist es, wenn eine Person zwar alle Ampeln auf Grün hat, aber die andere nicht? Was, wenn die Person, bei der die Ampeln alle grün sind, dann trotzdem weitermacht? Dann ist das kein Sex, sondern Gewalt.

 

Diese Übung wurde aus der Broschüre Erster Sex & große Liebe - Handreichung für Lehrpersonen (Österreichische Jugendinfos) und GET! Gesunde Entscheidungen treffen – Materialien für die Sekundarstufe (Modul Liebe und Sexualität - von Styria vitalis) adaptiert.

Inhalte und Ziele:

  • Die Jugendlichen lernen verschiedene Verhütungsmittel, deren Vor- und Nachteile sowie mögliche Nebenwirkungen kennen.
  • Die Jugendlichen wissen, was sie bei Verhütungspannen tun können.
  • Die Jugendlichen wissen, wie sie sich selbst und andere vor ungewollten Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Infektionen schützen können.
  • Sie reflektieren, welche Methoden für sie in Frage kommen oder geeignet wären.

Dauer: 1-2 Unterrichtseinheiten
Materialien: Stifte und Flip-Chart-Papier, Verhütungsmittel, z.B. Ansichtsexemplare aus Verhütungsmittelkoffer (wenn verfügbar)
Vorbereitung: PC und Internetzugang zum Öffnen von feel-ok.at/sex-verhuetung
Ablauf:

SCHRITT 1: Die Schüler:innen teilen sich in Kleingruppen auf und lesen die Informationen zu Verhütung auf feel-ok.at. Jede Gruppe hat die Aufgabe eine Verhütungsmethode genauer zu erarbeiten. Nach Möglichkeit werden Ansichtsexemplare der Verhütungsmethoden an die Gruppen verteilt. Die jeweiligen Kleingruppen notieren ihre Erkenntnisse und wichtigsten Infos auf einem Plakat.
Dabei recherchieren sie zu diesen Fragen:

  • Wie wird das Verhütungsmittel angewendet? Was gilt es, zu beachten?
  • Welche Vorteile hat es?
  • Welche Nachteile hat es?
  • Wo bekommt man es?

SCHRITT 2: Jede Gruppe darf ihre Verhütungsmethode präsentieren. Die Anwendung des Kondoms wird praktisch vorgezeigt. Fakten rund um Anwendung und Sicherheit der einzelnen Verhütungsmittel werden im Anschluss im Plenum besprochen und offene Fragen beantwortet. Das perfekte Verhütungsmittel gibt es nicht. Jedes Paar muss selbst entscheiden, welches Verhütungsmittel am besten geeignet ist. Für Verhütung sind immer beide Partner:innen verantwortlich. Nur das Kondom und das Femidom schützen zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen.


WEITERE ARBEITSBLÄTTER UND MATERIALIEN

Arbeitsblätter feel-ok.at zum Thema „Sexualität und Liebe“

GET! Gesunde Entscheidungen treffen – Materialien für die Sekundarstufe, Modul Liebe und Sexualität

GET! Gesunde Entscheidungen treffen - Materialien für die Volksschule, Module Pubertät und Sexualität

Kartenset für den Abbau von Geschlechterstereotypen „Bye-Bye Genderparolen“ von LEA (Let’s empower Austria), bestellbar HIER

Erster Sex & große Liebe. Handreichung für Lehrpersonen


EMPFEHLENSWERTE WEBSEITEN FÜR JUGENDLICHE

www.feel-ok.at - Gesundheitsplattform für Jugendliche. Unter Körper & Psyche zahlreiche Infos zu Sex und Liebe

www.loveline.de - Mit Fragen von Jugendlichen, Lexikon und interaktiven Angeboten wie Quizzes. Die Website bietet im Bereich #herzfroh 2.0 Infomaterialien zu Körper, Liebe und Sexualität für Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernschwierigkeiten 

www.rataufdraht.at - Infos zu Liebe und Sexualität. Unter Infos > Tests und Quiz befinden sich Quizzes z.B. zu Sexting, Pornografie, Verhütung, Sexmythen … 

www.zanzu.de - Mein Körper in Wort und Bild. In 13 Sprachen, auch in leichter Sprache. Zu den Themen Körper, Familienplanung & Schwangerschaft, Sexualität, Beziehungen & Gefühle, Rechte & Gesetze 


KURZVIDEOS

www.daschauher.info - Eine Sammlung von ausgesuchten Videos und Podcasts für Jugendliche zum Thema Sexualität. Erstellt von Mafalda und dem Verein für Männer- und Geschlechterthemen. 
www.youtube.com/@RataufDraht147 - Videos von Rat auf Draht auf youtube z.B. zu „Wann darf ich Nacktbilder senden?“, „Sexting – dein Foto gehört dir“, „Cyber-Grooming“, „Sexuelle Belästigung online“


ANREGUNGEN AUF SCHULEBENE

Menstruation positiv besetzen: 

  • Menstruationshygieneprodukte auf WCs zur Verfügung stellen   
  • Regelschmerzen besprechen und was dabei helfen kann

Besprechen an wen man sich bei Fragen rund um Liebe & Sexualität wenden kann (z.B. Kontaktlehrer:in)

Webseiten (siehe oben) und Infomaterial (z.B. Erster Sex & große Liebe) empfehlen

Externe Workshops an Schule holen, an Fortbildungen teilnehmen

Notfallplan bei Gewaltoffenlegung:

  • im Kinderschutzkonzept festlegen
  • Vorgehen mit Kinderschutzzentrum absprechen

Stand: Dezember 2025

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