Pubertät
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Sexuelle Entwicklung - vom Kind zum Jugendlichen

Quelle: Nicolas Lobos/ ©Unsplash

Sexualität, Verliebt-Sein und aufregende Gefühle im Körper sind ein Teil vom Mensch-Sein, auch schon vor der Pubertät. Doch die meisten Eltern wissen nur zu gut: wenn die Kinder zu Jugendlichen werden, verändert sich da was! 

 

Auf einmal ist alles rund um das Thema „peinlich“ und gleichzeitig hochspannend, und was als Kind noch völlig absurd erschien („Küssen mit Zunge? Wäh!“), kann jetzt interessant werden. Beziehung und Sexualität spielen für alle Jugendliche eine Rolle: sei es im Erleben und Ausprobieren, ganz oft aber vor allem als Vorstellung, Wunsch oder auch mit ambivalenten Gefühlen verbunden. Denn natürlich geht es auch darum, was im Freund:innenkreis passiert, was „cool“ ist und wie man sich selbst in diesem ganzen Abenteuer positioniert.

Wie wir als Erwachsene selbst mit dem Thema Sexualität umgehen, formt auch unseren Umgang mit den eigenen Kindern. Klar: wenn mir das Thema wahnsinnig unangenehm ist – weil mir das selbst so beigebracht wurde – sind die Chancen auch höher, dass ich es möglichst versuche auszusparen. Glücklicherweise ist es niemals zu spät, um einen entspannteren und gelasseneren Zugang zu diesen angeblich „heiklen“ Themen zu finden und dabei für die eigene Persönlichkeit oftmals sehr gewinnbringend: Austausch mit anderen Eltern oder Unterstützung durch Sexualpädagog:innen und –berater:innen kann helfen. Dennoch ist ganz wichtig zu sagen: Wenn mein Teenie-Kind mit mir nicht über Sexualität sprechen will, ist das nicht automatisch ein Zeichen für eine zu tabuisierende Erziehung, sondern in den meisten Fällen völlig normal. Ab einem gewissen Alter sind Eltern und Erziehungspersonen einfach nicht mehr die „passenden“ Ansprechpartner:innen – und das ist ok und ein Schritt im eigenen Unabhängig-Werden.

 

Die kurze Antwort zuerst: Sie dürfen sich so authentisch verhalten, wie möglich! Zwingen Sie sich weder zum unangenehmen „Aufklärungsgespräch“ und halten Sie sich nicht plötzlich künstlich zurück, wenn Sie auch sonst eher viel zu sagen haben. Ein paar allgemeingültige Vorschläge haben wir aber trotzdem: eine möglichst gelassene Haltung ist für die ganze Familie am hilfreichsten. Was das bedeutet? Zu versuchen, alles rund ums Thema Sexualität weder zu dramatisieren („Da MÜSSEN wir jetzt drüber reden“ oder „Ich erzähle dir von allen Gefahren oder warne dich eindrücklich“), aber auch nicht völlig kleinzureden und aus dem Leben auszuklammern („Darüber redet man nicht“; „Dafür bist du noch zu jung!“, „Das ist unwichtig, das wirst du noch sehen...“ oder „Deine Probleme möchte ich haben!“). Es geht um die Haltung, die man seinen Kindern vorlebt, und die zeigt sich oft auch ohne viele Worte. Wenn Jugendliche spüren, dass im Zweifels- oder Notfall die Eltern für sie da sind, man sie immer fragen könnte, und sie dann nicht verurteilend reagieren, ist das sehr viel wert. Aufmerksam und interessiert mit dem Kind umzugehen, auch mal nachzufragen und ein Gesprächsangebot zu machen – dann aber auch zu akzeptieren, dass es abgelehnt werden kann.

Es kann ganz schön anstrengend sein, die teilweise sehr unterschiedlichen Reaktionen der eigenen Kinder auszuhalten, doch gerade beim Thema Sexualität lohnt es sich umso mehr, eine unaufgeregte, stabile Haltung zu beziehen. Auch das ist Übungssache und wie bei allen anderen Themen darf man hierbei genauso „Fehler“ machen und sich menschlich verhalten. Es geht nicht darum, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, sondern ganz grundsätzlich zu vermitteln: „Ja, das Thema ist aufregend – aber ich lebe dir auch ein Stück weit vor, dass es ein positives, besprechbares und selbstbestimmtes Thema ist. Ich bin also für dich da, wenn du Fragen hast oder etwas braucht, verstehe aber auch, wenn du darüber lieber mit anderen Leuten sprichst.“ Wenn Sie das hin- und wieder schaffen, machen sie ihren Job als Eltern genau richtig! Sollten sie merken: „Hm, das fällt mir sehr schwer“, lohnt sich eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema. Je mehr wir wissen und uns austauschen, desto einfacher und leichter wird es nämlich!

 Stand: Dezember 2023

Patronat
Quelle/n
Weidinger, B., Kostenwein, W. & Dörfler, D. (2007) Sexualität im Beratungsgespräch mit Jugendlichen / Elisabeth Tuider u.a. (2012) Sexualpädagogik der Vielfalt: Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit. / Sielert, U. (2015) Einführung in die Sexualpädagogik.
Autor/-in
Anna Dillinger
Fokus
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