Fragen und Antworten

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Deine Fragen zum Thema Sexualität und Liebe

Quelle: Matthias Enter / Fotolia

Wir haben Fragen von Jugendlichen zum Thema Liebe & Sexualität gesammelt. Nachfolgend findest du Antworten auf die meist gestellten Fragen:

Die meisten Menschen finden, dass verliebt sein ein wunderschönes Gefühl ist. Vielleicht spürst du ein Kribbeln im Bauch oder wirst ganz nervös, wenn du sie oder ihn siehst. Daher kommt auch der Ausdruck „Schmetterlinge im Bauch“. Oder es hat dir „die Sprache verschlagen“ und du bringst vor Aufregung kein Wort mehr heraus. Vielleicht wird dir auch ganz „warm ums Herz“ oder du hast nur mehr Augen für sie oder ihn. Du fühlst dich zu einer Person hingezogen, wünscht dir, dass ihr ganz viel zusammen sein und euch spüren könntet. Weil durch die Nähe der geliebten Person Glückshormone ausgeschüttet werden, ist vielleicht plötzlich alles ganz leicht – du schwebst im wahrsten Sinne des Wortes auf „Wolke 7“. Wie es sich genau anfühlt, ist aber für jede und jeden ein bisschen anders.

Viele Mädchen gehen zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt, wenn sie ihr erstes Mal Sex haben wollen und sich gerne ein Verhütungsmittel verschreiben lassen würden. Davor ist das eigentlich nicht nötig, du musst z. B. nicht unbedingt zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt zu gehen, wenn du deine Tage bekommst.

Wenn du ein Problem hast, dir Sorgen machst oder du einfach neugierig bist, kannst du aber jederzeit zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt gehen – z.B. weil du starke Schmerzen während deiner Tage hast oder wenn deine Geschlechtsorgane jucken oder brennen. Für die meisten Probleme gibt es einfach Lösungen. Einmal im Jahr kann man außerdem zu einer Kontrolluntersuchung zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt gehen. Viele Mädchen und Frauen, vor allem wenn sie bereits regelmäßig Sex haben, nutzen diese Möglichkeit, um abzuchecken, dass alles in Ordnung ist. So kann man z. B. eine HPV-Infektion frühzeitig erkennen und behandeln.

Die kurze Antwort lautet: Wenn du mindestens 14 bist, dich bereit dafür fühlst und Lust hast. Ab 14 Jahren bist du vor dem Gesetz sexuell mündig, d.h. du darfst selbst entscheiden, ob, wann und mit wem du Sex haben möchtest. Natürlich nur, wenn die andere Person auch eingewilligt hat und alt genug ist. Die meisten Jugendlichen fühlen sich aber mit 14 noch nicht bereit für Sex und erleben ihr erstes Mal erst später. Das ist vollkommen ok – mach dir auf keinen Fall Druck.

Hier ein Paar Fragen, die du dir stellen kannst, um herauszufinden, ob es für dich passt: Bin ich körperlich erregt? Habe ich Lust darauf? Fühle ich mich zu meinem Gegenüber hingezogen? Fühle ich mich sicher mit ihr*ihm? Fühle ich mich wohl an dem Ort, an dem ich Sex haben werde? Weiß ich, was ich möchte oder wo meine Grenzen liegen? Kann ich mich jederzeit umentscheiden und Stopp sagen, wenn ich möchte?

Manchmal fängt man an, es auszuprobieren und merkt mittendrin, dass etwas nicht stimmt. Dann ist es wichtig und richtig, Stopp zu sagen.

Zuallererst: Das Jungfernhäutchen gibt es nicht. Viele Mädchen haben aber ein Scheidenhäutchen: Dieses säumt den Scheideneingang ringförmig und hat eine Öffnung, so kann das Menstruationsblut abfließen. Früher glaubte man, dass es beim ersten Mal Sex reißt und man so erkennt, ob ein Mädchen noch „Jungfrau“ ist. Das stimmt nicht. Nicht einmal die Frauenärztin kann das erkennen.

Manche Mädchen haben von Geburt an kein Scheidenhäutchen, manche haben ein sehr dehnbares, das beim Sex nicht reißt. Bei anderen kann das Scheidenhäutchen tatsächlich beim ersten Mal einreißen, das ist aber nicht schlimm: Manchmal blutet es ein paar Tropfen, manchmal nicht. Viele merken es gar nicht.

Wenn du beim ersten Mal Schmerzen hast, hat das häufig andere Gründe, z. B. Nervosität. Dann ist es wichtig, Stopp zu sagen und sich viel Zeit zu lassen. Erst wenn ein Mädchen richtig erregt ist, wird ihre Scheide feucht und entspannt sich.

Erleichternd. Explosiv. Überwältigend.

Jede*r verspürt seinen oder ihren Orgasmus anders. Manche beschreiben ihn als Explosion, andere wie ein Feuerwerk oder wie ein Staudamm, der bricht. Vor dem Orgasmus spannt sich dein Körper an und mit dem Orgasmus macht sich wieder Entspannung breit.

Der Orgasmus ist ein Gefühl von intensiver Lust. Man nennt ihn auch Höhepunkt, weil es für viele Menschen der größte Punkt der Erregung oder des Genusses beim Sex mit sich selbst oder anderen ist. Bei Mädchen ist ihre Klitoris daran besonders beteiligt. Bei den meisten Burschen kommt Sperma aus dem Penis, das nennt man Ejakulation. Auch manche Mädchen können ejakulieren, dabei kommt Flüssigkeit (kein Urin!) aus ihrer Harnröhre.

Je besser du dich und deinen Körper kennst, desto einfacher fällt es dir dort hinzukommen. Aber nur weil du dort angelangt bist, heißt dass nicht, dass der Sex damit vorbei sein muss, oder dass es einen Orgasmus braucht, um guten Sex zu haben - manchmal ist es auch einfach nur schön Nähe und Zärtlichkeit zu genießen. 

Die Klitoris ist das Lustorgan von Mädchen und Frauen. Äußerlich sieht man, ein bisschen oberhalb der Harnröhrenöffnung, einen kleinen Knubbel – das ist der Kopf der Klitoris (auch: Klitoriseichel), der genauso wie die Penisspitze besonders berührungsempfindlich ist. Der größte Teil des Organs liegt aber unsichtbar im Inneren des Körpers: zwei bis zu 10 cm lange Schenkel und zwei birnenförmige Schwellkörper, die sich mit Blut füllen, wenn ein Mädchen erregt ist. Auch um die Harnröhre herum verläuft ein Schwellkörper, der zur Klitoris gehört. Die einzige Aufgabe der Klitoris ist es, dem Mädchen schöne Gefühle bei der Selbstbefriedigung und beim Sex zu bescheren.

Leider wissen viele Menschen nichts von der Klitoris  – das kannst du ändern!

Mädchen machen es auch, selbst wenn sie weniger oft darüber reden: Solosex oder Selbstbefriedigung.

Viele Mädchen benutzen dazu ihre Finger. Man muss diese aber nicht unbedingt in die Scheide einführen. Was Mädchen nämlich Lust und schöne Gefühle bereitet, ist ihre Klitoris und die kann man sehr gut von außen stimulieren. Viele streicheln ihre Vulva, also die äußerlich sichtbaren Geschlechtsorgane, oder auch direkt die kleine Klitoriseichel, üben sanften Druck darauf aus oder reiben daran.

Das ist total ok und gesund, solange es Spaß macht und angenehm ist. Wenn du Lust darauf hast, begib dich ruhig auf Entdeckungsreise, wenn nicht, dann ist das auch ok.

Wenn ein Mädchen ungewollt schwanger ist, kann sie sich bis zur 12. Woche der Schwangerschaft (das sind etwa 3 Monate) für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Ab 14 Jahren darf sie das auch ohne Einwilligung der Eltern.

Es gibt zwei Möglichkeiten für einen Schwangerschaftsabbruch: Entweder einen operativen Eingriff oder einen Abbruch mit Medikamenten. Beide müssen von Ärzt*innen durchgeführt werden. Davor geht man am besten zu einer Beratung, z. B. in einem Frauengesundheitszentrum. Dort bekommt jedes Mädchen, jede Frau unabhängige Begleitung, egal ob sie sich für oder gegen einen Abbruch entscheidet. Wenn du noch mehr wissen möchtest, kannst du hier weiterlesen.

 

Menstruation

Wenn du deine Menstruation hast, auch Monatsblutung, Periode, Regel oder Tage genannt, stößt deine Gebärmutter Schleimhaut in Form von Menstruationsblut ab. Deine Gebärmutter zieht sich immer wieder zusammen und das Blut fließt durch deine Scheide nach draußen. Damit es nicht in der Unterhose landet, kannst du es mit Tampons, Menstruationstassen, Binden, Schwämmchen oder eigens dafür gemachten Slips auffangen. Das Menstruationsblut ist dickflüssiger als normales Blut und gerinnt nicht.

Die Menstruation dauert meistens zwischen 3 und 7 Tagen, insgesamt blutet man dabei etwa eine halbe Kaffeetasse voll. Mädchen „verlieren“ bei der Menstruation aber kein Blut: Ihre Gebärmutter baut jeden Monat Schleimhaut auf, falls sie schwanger wird. Wird diese nicht gebraucht, blutet sie einfach ab und der Prozess beginnt von Neuem.

Ja, das ist vor allem bei jungen Mädchen normal. Ihr Körper muss sich erst langsam auf einen regelmäßigen Zyklus einpendeln – das kann bis ins junge Erwachsenenalter hinein dauern. Es kann immer wieder vorkommen, dass Abstände zwischen den Blutungen unterschiedlich lang sind oder die Menstruation sogar einmal ganz ausbleibt. Dein Zyklus kann sich auch durch Stress in der Schule oder Urlaubsreisen verschieben.

Wichtig: Wenn du Sex mit einem Burschen hattest und vielleicht nicht verhütet hast, kann eine ausbleibende Menstruationsblutung auch ein Zeichen sein, dass du schwanger bist.

Einige Mädchen haben während ihrer Menstruation Bauchschmerzen. Das liegt daran, dass sich ihre Gebärmutter immer wieder zusammenzieht, um nicht mehr gebrauchte Schleimhaut in Form von Menstruationsblut loszuwerden. Das ist normal, kann aber unangenehm oder schmerzhaft sein.

Achte jetzt gut auf dich: Was brauchst du? Ein bisschen Ruhe, mit deiner Lieblingsmusik im Bett? Eine Portion Wärme mit einem Kräuterkissen am Bauch? Oder vielleicht Ablenkung und Bewegung? Sport kann helfen, die Muskeln zu entspannen. Genauso wie übrigens Sex oder Selbstbefriedigung – natürlich nur, wenn es dir Spaß macht. Manchmal kann auch ein Schmerzmittel das Richtige sein. Wenn du immer wieder unter starken Schmerzen leidest, die deinen Alltag einschränken, dann sprich mit einer Frauenärztin, einem Frauenarzt oder wende dich an eine Beratungsstelle! Weitere Tipps gegen Menstruationsbeschwerden findest du hier.

 

Verhütung

Wenn Mädchen und Burschen Sex haben möchten ohne miteinander Kinder zu bekommen, können sie Verhütungsmittel anwenden. Diese verhindern, dass das Mädchen schwanger wird.

Barrieremethoden, wie Kondom oder Diaphragma, bilden eine Sperre zwischen der Scheide bzw. dem Gebärmuttereingang des Mädchens und den Samenzellen des Jungen. Dadurch können die Samenzellen ganz einfach nicht zu einer Eizelle schwimmen.

Nimmt ein Mädchen ein hormonelles Verhütungsmittel, wie z. B. die Pille, führt sie ihrem Körper künstliche Hormone (Botenstoffe) zu. Diese verhindern den Eisprung, machen den Schleim im Gebärmutterhals für Spermien undurchlässig oder sorgen dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht richtig aufgebaut wird, sodass sich eine Eizelle gar nicht einnisten könnte.
Die Kupfer-Ionen in Kupferspirale, -kette und -ball sorgen für weniger Beweglichkeit der Samenzellen und dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut sich nicht aufbaut.

Wichtig: Einzig und allein das Kondom schützt zusätzlich vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Sicherheit von Verhütungsmitteln wird oft mit dem sogenannten Pearl-Index gemessen. Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer ist die Methode. Wenn 100 Frauen ein Jahr lang ein Verhütungsmittel nehmen und es werden 3 schwanger, ist der Pearl-Index 3.

Diese Zahlen hängen aber auch davon ab, ob jemand das Verhütungsmittel richtig anwendet und dabei keine Fehler macht. Das lässt sich schwer berechnen. Deshalb wird der Pearl Index von vielen Organisationen gar nicht verwendet. Kein Verhütungsmittel ist 100 Prozent sicher. Worauf bei den verschiedenen Verhütungsmitteln achten musst, kannst du in den entsprechenden Kapiteln nachlesen.

Die Pille ist ein hormonelles Verhütungsmittel, d.h. das Mädchen führt ihrem Körper künstliche Hormone (Botenstoffe) zu. Andere hormonelle Verhütungsmittel sind das Verhütungspflaster, der Vaginalring, das Stäbchen oder die Hormonspirale.

Für Frauen und Mädchen, die keine Hormone nehmen wollen oder diese nicht vertragen, gibt es neben dem Kondom z. B. die Kupferspirale, das Kupferkettchen oder den Kupferball und das Diaphragma.
Leider müssen derzeit alle Verhütungsmittel außer dem Kondom vom Mädchen angewendet werden. Genauere Infos über die verschiedenen Verhütungsmethoden findest du hier.

Es gibt kein „bestes“ Verhütungsmittel. Wir sind alle unterschiedlich und deshalb findet auch jedes Mädchen, jeder Bursche, jedes Paar ein anderes Verhütungsmittel am besten. Jedes Verhütungsmittel hat außerdem Vor- und Nachteile. Da geht es z. B. darum, was dein Körper gut verträgt, aber auch welche Vorlieben du selbst hast, was dir angenehm oder unangenehm ist, womit du gut umgehen kannst. Auch auf die Lebensphase kommt es an, welches Verhütungsmittel gerade am besten zu dir passt.
Bei der Frauenärztin, beim Frauenarzt oder auch bei Beratungsstellen, etwa Frauengesundheitszentren, kannst du dich genauer über deine Möglichkeiten informieren. Die Ärztin/der Arzt oder der*die Berater*in bespricht mit dir deine ganz konkrete Situation und versucht dich zu unterstützen, gut eine eigene Entscheidung zu treffen.

Fragen, die du dir selbst bereits vor dem Gespräch mit der Ärztin*dem Arzt stellen kannst, findest du hier.

Die Pille danach kann man in jeder Apotheke ohne ein Rezept von der Ärztin oder dem Arzt kaufen, weil diese ein Notfallverhütungsmittel ist. Ein Mädchen kann sie nach dem Sex einnehmen, wenn ein Verhütungsunfall passiert ist, wenn sie z. B. vergessen hat ihre Pille zu nehmen oder das Kondom geplatzt ist. Je schneller man die Pille danach nach dem Sex einnimmt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie eine Schwangerschaft verhindern kann. Die Pille danach bricht eine schon bestehende Schwangerschaft nicht ab.

 

Sexuell übertragbare Krankheiten

Es gibt eine Vielzahl an Krankheiten, die beim ungeschützten Sex zwischen Menschen übertragen werden können. Die meisten davon kann man gut behandeln, vor allem wenn man sie früh erkennt. Manche, so wie HIV/AIDS, sind aber derzeit noch nicht heilbar.

Daher ist es wichtig, dass du dich schützt und Kondome, Femidome oder Oralschutztücher verwendest, wenn du eine Partnerin*einen Partner noch nicht so gut kennst.

Viele sexuell übertragbare Krankheiten zeigen sich durch ein Jucken oder Brennen an den Geschlechtsorganen, vermehrten Ausfluss oder auch Hautveränderungen. Dann solltest du auf jeden Fall eine Ärztin*einen Arzt aufsuchen, um deine Symptome abklären und behandeln zu lassen. Manche Krankheiten verlaufen aber auch ohne Symptome.

Wenn du Gewissheit haben möchtest oder ihr als Paar gerne auf Kondome verzichten würdet, dann kannst du einen Test machen lassen – entweder bei deiner Hausärztin*deinem Hausarzt oder auch bei der lokalen AIDS-Hilfe. Der HIV-Test ist dort kostenlos und anonym möglich.

Tipp: Auch wenn du Blutspenden gehst, wirst du auf viele sexuell übertragbare Krankheiten getestet, ohne dass du das konkret sagen musst.

HIV ist ein Virus.

HIV-positiv bedeutet, dass jemand den HI-Virus in sich trägt. Man kann andere Menschen damit nur über Blut, über Samen- oder Scheidenflüssigkeit sowie über die Darmschleimhaut bei Analsex anstecken. Aus dem gleichen Glas zu trinken oder jemanden zu küssen, der oder die HIV-positiv ist, stellt keine Gefahr dar. HIV-positive Menschen kann man (noch) nicht heilen, aber man kann sie mittlerweile sehr gut behandeln, sodass sie ein relativ normales Leben führen können.

AIDS nennt man es, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist. Das bedeutet, dass die HIV-positive Person ein stark geschwächtes Immunsystem hat. Der Körper kann dann Krankheiten nicht mehr so gut selbst bekämpfen.

Schützen kann man sich am besten mit der Verwendung von Kondomen, Femidomen (Kondom für die Frau) und Oralschutztüchern beim Sex.

 

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