Der männliche Körper

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Der männliche Körper und die Lust

Sexualität beginnt mit dem Erleben des eigenen Körpers. Wichtiger als das Wissen über Sexualpraktiken und Techniken ist es, dass du über deinen Körper und seine Veränderungen Bescheid weißt. Für Jungs bedeutet das: Was heißt Erektion bei einem Mann? Was passiert da eigentlich? Welche schönen Gefühle und Erlebnisse kann dir dein Körper vermitteln (nicht nur die Geschlechtsorgane)?

Während der Pubertät verändert sich der Körper stark, du schießt in die Höhe. Das geschieht in relativ kurzer Zeit und einer „chaotischen“ Reihenfolge: Zuerst wachsen Kopf, Hände und Füße. Dann Arme und Beine - zum Schluss der Oberkörper. In dieser Zeit ist es nicht immer leicht zum eigenen Körper zu stehen. Aber: Wir sind ganz schön verschieden! Körperliche Entwicklung und sexuelles Empfinden gestalten sich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Und das ist gut so.

Burschen bzw. Männer entwickeln ihre Sexualität dabei eher von außen nach innen: Körperliche Reize, Bilder und Gedanken wirken sehr schnell erregend. Berührungen können leicht sexuelle Lust auslösen. Der Samenerguss kann sehr schnell passieren, manchmal schneller als gewollt, weil alles so aufregend ist.

Mädchen bzw. Frauen ticken da oft etwas anders. Berührungen sind dann erregend, wenn eine innere sexuelle Stimmung bereits vorhanden ist. Störende Rahmenbedingungen oder Stress (z. B. vor einer Schularbeit) beeinflussen das Einlassen auf die inneren sexuellen Gefühle stärker als bei Burschen. Das kann Ausgangspunkt zahlreicher Missverständnisse sein.

Dass Mädchen bzw. Frauen auch ohne Orgasmus Lust am Sex empfinden können, ist für viele Burschen aus ihrer Perspektive schwer vorstellbar. Sie verwenden ihre gesamte Anstrengung darauf, alles „richtig“ zu machen, sie zum Höhepunkt zu bringen. Damit verhindern sie aber gerade das, was im Grunde von beiden ersehnt wird: Das Entstehen einer guten Stimmung und guter Gefühle beim Sex.