Behandlung, Therapie

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Ziele der Behandlung von Essstörungen

Die Behandlung von Essstörungen hat zum Ziel, dass Betroffene wieder in der Lage sind, regelmäßig und genussvoll zu essen und zu trinken, ohne dass sich ihre Gedanken dabei ständig um ihr Körpergewicht, ihre Figur oder um Kalorien drehen.

Die Behandlung einer Essstörung erfolgt grundsätzlich zweigleisig:

Zum einen müssen sich Betroffene mit ihren Essgewohnheiten und ihrem Körpergefühl auseinandersetzen.

Ziel ist es,

  • dass sie/er wieder regelmäßig ausgewogene Mahlzeiten zu sich nimmt
  • ein gesundes Körpergewicht erreicht und – falls es auf sie/ihn zutrifft
  • Zwänge zu übermäßiger Bewegung oder exzessivem Sport abbaut, keine Abführmittel mehr einnimmt, keine Essanfälle mehr hat und/oder die Nahrung nicht mehr erbricht.

Parallel dazu ist es wichtig, sich mit der persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Lebenssituation auseinander zu setzen, um zu verstehen, was zur Essstörung geführt hat. Nur so ist es möglich, Lösungen zu erarbeiten und die Krankheit zu heilen.

Die Behandlung von Essstörungen, egal ob Anorexie, Bulimie, Binge Eating oder Orthorexie, will erreichen, dass Betroffene:

  • lernen, mit ihren Ängsten rund ums Essen umzugehen.
  • wieder normale Essgewohnheiten entwickeln und ein gesundes Körpergewicht erreichen.
  • wieder regelmäßig essen und trinken (täglich 3 ausgewogene Hauptmahlzeiten und ev. 2-3 Zwischenmahlzeiten) und Essen wieder mit allen Sinnen genießen können. Ehemals „verbotene“ Nahrungsmitteln sollen wieder entdeckt werden.
  • lernen ihre Körpersignale wieder wahrzunehmen, damit sie/er spürt, wann sie/er Hunger hat bzw. satt ist.
  • ihre Gefühle wieder wahrnehmen und sie akzeptieren, statt sie mit Hungern oder anderen Formen der Esskontrolle zu verdrängen.
  • sich selbst wieder liebevoll annehmen.
  • ihr Selbstwertgefühl nicht mehr so stark von ihrem Äußeren abhängig machen.
  • die Verantwortung für sich, für ihre Gesundheit und für ihr Wohlbefinden übernehmen.
  • ihren Körper besser wahrnehmen und akzeptieren lernen, z.B. mit Körperwahrnehmungsübungen wie Yoga oder Tai Chi.
  • schwierige Situationen und negative Gefühlslagen mit anderen Mitteln bewältigen als mit Essen. Hierfür können Entspannungstechniken hilfreich sein. 
  •  „Nein“ sagen, wenn ihnen etwas zu viel ist.
  • sich regelmäßig bewegen.
  • Freundschaften wieder beleben und pflegen
  • Aktivitäten wieder aufnehmen, die sie wegen ihrer Krankheit vernachlässigt oder ganz aufgegeben haben
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Quelle/n
Autor/-in
Revisor/-in
Christiane Schräer