Pornografie

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Gesetz

Der Umgang mit pornografischen Erzeugnissen kann strafbar sein. Daher ist es wichtig, dass du die rechtliche Situation kennst und dir möglicher Risiken und Konsequenzen bewusst bist.

Der Umgang mit Pornografie wird in Österreich einerseits im Pornographiegesetz (Bundesgesetz) und andererseits in den Landesjugendschutzgesetzen geregelt.

Verbot von pornografischem Material

Es ist verboten, pornografisches Material an unter 16-Jährige anzubieten, zu zeigen, zu überlassen oder zugänglich zu machen. Dies, weil Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren davor geschützt werden sollen, mit pornografischen Darstellungen in Kontakt zu kommen. Zwischen 16 und 18 Jahren gelten jeweils die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes des Bundeslandes in dem man sich befindet. Dabei gibt es kleine Unterschiede, aber im Allgemeinen darf auch unter 18-Jährigen keine Pornografie zugänglich gemacht werden.

Pornographie ist für Erwachsene (also für über 18-Jährige) bestimmt:

  • Erotik- oder Sexshops, aber auch Nachtclubs, dürfen Jugendliche vor dem 18. Geburtstag nicht einlassen
  • Magazine und Zeitschriften mit pornografischem Inhalt dürfen an unter 18-Jährige nicht verkauft werden

Wer dieses Gesetz übertritt, macht sich strafbar und riskiert eine Strafzahlung oder sogar Gefängnis.

Verbot betrifft auch Jugendliche

Auch als Jugendlicher kannst du mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Z.B. wenn du pornografische Bilder oder Filme, die du auf dein Handy oder deinen Computer herunter geladen hast, an Kollegen und Kolleginnen, die noch nicht volljährig sind, weitergibst oder sie ihnen zeigst. Das Gesetz gilt auch dann, wenn du selber noch nicht 18 Jahre alt bist.

Es spielt auch keine Rolle, ob diese Bilder oder Filme als MMS oder als Anhang einer E-Mail verschickt, auf einem Datenträger weitergegeben, als Bild ausgedruckt und verschenkt oder auf einem Handy, einem I-Pod, Tablet oder auf dem PC vorgeführt werden.

Kinderpornografie

In Österreich ist der Besitz kinderpornografischer Darstellungen ebenso wie der wissentliche Zugriff auf kinderpornografische Darstellungen im Internet für alle strafbar. Kinderpornografie können bildliche Darstellungen von geschlechtlichen Handlungen, in die Minderjährige (unter 18 Jahren) involviert sind, oder die Abbildung der Genitalien oder der Schamgegend von Minderjährigen sein. Sexuelle Darstellungen von Kindern unter 14 Jahren und deren Missbrauchsdarstellungen sind immer strafbar. Bereits der Eindruck, dass es zu einer sexuellen Handlung gekommen ist, reicht aus (z.B. Fotomontagen). 

In der Regel werden die Inhalte einer Seite schon beim bloßen Ansehen im Internet automatisch auf der Festplatte gespeichert (meist in einem Ordner für temporäre Dateien) – bereits das kann als Besitz eines Bildes gelten. Wissentlicher Zugriff kann z.B. angenommen werden, wenn auf eine Seite mit eindeutigem Inhalt wiederholt zugegriffen wird.

Seit 1. Jänner 2012 ist auch das sogenannte "Grooming" (Anbahnung sexueller Kontakte zu Unmündigen über das Internet) und die "Betrachtung pornografischer Darbietungen Minderjähriger" (z.B. über die Web-Cam) strafbar.

Besonders im Internet besteht die Möglichkeit (unter Umständen auch ungewollt), auf Webseiten zu landen, die Kinderpornografie, Tierpornografie, pornografische Gewaltdarstellungen oder Ähnliches beinhalten. Vielleicht bist du auch schon auf solche Darstellungen gestoßen und fragst dich, ob du dich strafbar gemacht hast.

Sobald jemand solche Bilder oder Filme aus dem Netz herunterlädt, also einen so genannten 'Download' (englisch für 'Herunterladen') macht, begeht er/sie eine strafbare Handlung, weil das schon als Besitz gilt. Unabhängig davon, ob der Download auf den Computer, das Handy, den I-Pod oder ein Tablet gemacht wird.

Manchmal werden Bilder/Filme automatisch herunter geladen, ohne dass du dafür einen Befehl gegeben hast. Auch dann kannst du dich strafbar machen, wenn dir bewusst ist, dass solche Bilder/Filme herunter geladen wurden. Falls dir das passiert, unterbrich den Download-Vorgang oder lösche die Daten.

Wenn dir so etwas passiert ist, informiere deine Eltern - auch wenn es dir peinlich ist. Denn auch wenn Daten gelöscht sind, können sie im Computer Spuren hinterlassen.

Wenn Missbrauchsdarstellungen im Internet entdeckt  werden, können diese anonym bei der Stopline (die Meldestelle der ISPA) oder der Meldestelle des Bundesministeriums für Inneres gemeldet wenden.