Ursachen von Essstörungen

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Verschiedene Risikofaktoren

Die Risikofaktoren für die Entwicklung von Essstörungen sind sehr vielfältig und bei jedem Menschen unterschiedlich. Kein Risikofaktor allein kann eine Essstörung erklären.

Eine Essstörung kann sich entwickeln, wenn mehrere ungünstige Faktoren zusammen treffen und auch noch eine gewisse genetische Veranlagung besteht. Hier einige Beispiele für mögliche Risikofaktoren, die zu einer Essstörung führen können:

  • Probleme in der Familiez.B. weil sich die Eltern scheiden lassen, weil die Eltern Suchtprobleme haben oder weil die Schwester oder der Bruder immer Stress mit den Eltern hat. Da will man die Eltern nicht auch noch mit den eigenen Anliegen belasten. Manchmal scheint eine Familie von außen gesehen ganz normal, hinter der Fassade realisiert man aber, dass Konflikte und Probleme verdrängt statt gelöst werden. 
  • ein Trennungserlebnisz.B. wenn ein Mensch, der einem viel bedeutet, weg zieht, erkrankt oder gar stirbt. Oder wenn man eine Enttäuschung in der Liebe erlebt und glaubt, dass es dazu kam, weil man zu dick ist – auch wenn der Freund oder die Freundin etwas anderes sagt. Auch der Übertritt in eine andere Schule oder in die Lehre bedeutet Trennung von Vertrautem. 
  • gesellschaftlicher DruckMädchen und junge Frauen sind heute dem Druck ausgesetzt, später einmal alles unter einen Hut bringen zu müssen: d.h. eine gute Hausfrau, Mutter und Partnerin zu werden und gleichzeitig auch noch Karriere zu machen – und dabei immer auch eine gute Figur zu haben.

    Knaben und junge Männer erleben heute ebenfalls zunehmenden Druck, was ihre Rolle in der Gesellschaft betrifft: Sie sollen beruflich die Karriereleiter erklimmen, im Zeitalter der Gleichstellung von Mann und Frau gleichzeitig aber auch gute Hausmänner, Väter und Partner sein. Dabei sollen auch sie körperlich immer fit sein und gut aussehen.
  • übertriebener PerfektionismusDer eigene Druck, immer alles 100% perfekt machen zu wollen und sich keine Fehler zu erlauben – auch das kann ein Risikofaktor für eine Essstörung sein. 
  • das heutige SchönheitsidealDas heutige Schönheitsideal kann zu unnötigen Diäten oder kontrollierten Essgewohnheiten verleiten und dadurch zur Entwicklung einer Essstörung beitragen. In der Sektion Vielfalt der Körper siehst du, wie unterschiedlich menschliche Körper aussehen und dass jeder Körper einzigartig ist.

All das kann dazu führen, dass gewisse Menschen unsicher werden, an sich zweifeln und sich anderen gegenüber „minderwertig“ fühlen: unvollkommen, unterlegen, klein, unbedeutend. Diese Menschen bekommen ein trügerisches Gefühl von Sicherheit, wenn sie sich selbst, ihren Körper und ihr Körpergewicht zu kontrollieren versuchen. Ihr Versuch zur Selbstkontrolle wird eine wichtige Quelle für ihr Selbstwertgefühl.

Nachfolgend sind die wichtigsten Risiko- und auslösenden Faktoren für die Entwicklung einer Anorexie, Bulimie, Binge Eating Störung und Orthorexie dargelegt. Dabei musst du aber beachten, dass sich diese Faktoren und Essstörungsformen nicht so klar voneinander abgrenzen lassen. Der eine Faktor löst bei einer Person z.B. eine Anorexie aus, während der gleiche Faktor bei einer anderen Person z.B. eine Bulimie oder gar keine Krankheit auslöst – je nachdem, wie die Gesamtsituation der Person ist und welche anderen Faktoren auch noch auf sie einwirken. Viele Betroffene machen nacheinander mehrere Formen von Essstörungen durch.