Auswirkungen von Lärm

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Schwerhörigkeit

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Kennst du das? Nach einem Konzert hört sich alles leiser an, am nächsten Tag ist allerdings wieder alles normal? Wenn ja, dann kennst du eine "temporäre Hörschwellenverschiebung". Aber was, wenn diese nicht mehr weg geht?

 

Es ist normal, dass im Laufe des Lebens viele Dinge nicht mehr so gut funktionieren. Denke an deine Oma, deinen Opa oder eine andere ältere Person, die du kennst. Im Alter ist die Haut nicht mehr so straff, die Sehkraft nicht mehr so stark und mit dem Hören hapert es auch oft. Dies ist der Lauf der Dinge und ganz normal.

ABER du hast es selbst in der Hand, ob du laut Studien zu den 30 % der heutigen Jugendlichen gehören wirst, die vielleicht bereits mit 50 Jahren ein Hörgerät brauchen werden. Denn es kommt darauf an, was du deinen Härchen im Innenohr im Laufe der Jahre zumutest. Mit jedem zu lauten Schallereignis werden diese geschwächt und richten sich erst nach einiger Zeit wieder auf. Bei vielen solchen Ereignissen werden Härchen schon früher kaputt.

Du kannst dir die Sinneszellen wie eine Wiese mit hohem Gras vorstellenWenn der Wind geht, werden die Grashalme stark hin und her gerissen, stellen sich danach aber wieder auf. Wenn jetzt allerdings ein Sturm mit Regen und starkem Wind geht, dann bewegen sich die Grashalme so stark, dass sie abbrechen und nicht mehr aufstehen.

Trägst du Gehörschutz in lauter Umgebung oder gibt es nicht so viele laute Momente, dann halten deine Härchen viel länger durch. Du hörst dann mit 60 Jahren auch noch gut und musst nicht die ganze Zeit nachfragen: „Was hast du gesagt?“

Innenohr-Schwerhörigkeit

Bei längeren, lauten Schallereignissen wie Konzerten geben die Sinneszellen „Voll-Gas“ und nach einiger Zeit klappt die Sauerstoff- und Nährstoff-Versorgung nicht mehr, dadurch werden sie müde und können nicht mehr richtig arbeiten. Du hörst alles nur noch leiser oder verstehst das eine oder andere nicht richtig. Alles muss lauter sein, damit du es hören kannst.

Gibt es zwischen dem „Lärm“ eine Pause, in der es lang genug leiser ist, können sich die Sinneszellen erholen und wieder richtig und normal „arbeiten“. Man spricht von einer „vorübergehenden Verschiebung der Hörschwelle". Das kennst du sicher schon und fast immer geht es gut aus.

Ist es oft und immer wieder sehr lange sehr laut, kann aus der vorübergehenden auch eine „dauerhafte Verschiebung der Hörschwelle“ werden. Ein paar Sinneszellen sterben ab! Sind die Zellen einmal kaputt, können sie sich weder von alleine regenerieren, noch kann ein Arzt oder eine Ärztin etwas machen. Kaputt ist kaputt! 

Doch wie hört es sich an, wenn viele Härchen im Innenohr schon zerstört sind? Probiere es hier aus. Du hörst abwechselnd Musik: normal hörend oder mit 35 % Hörverlust (MP3).

Weitere Beispiele kannst du dir auch auf Lärmorama anhören.

Wo hörst du während des Tages überall? Denke mal in Ruhe nach, bevor du weiterliestGenau, man hört den ganzen Tag. Es startet vielleicht mit einem Wecker, ein Gespräch mit Freunden, Lehrer/innen in der Schule oder Arbeitskolleg/innen, im Supermarkt beim Einkaufen, beim Fernsehen oder Musik-Hören – überall willst du etwas hören und auch verstehen. Jetzt stell dir vor, alles, dein ganzer Tag hört sich so an wie bei dem Hörbeispiel. Das ist richtig anstrengend, du musst dich total konzentrieren, damit du etwas verstehst und dadurch ist es schon nach kurzer Zeit einfach nicht mehr lustig. Du hörst nicht mehr richtig zu, weil es zu mühsam ist, ziehst dich lieber zurück, bevor du bei jedem zweiten Satz nachfragen musst: „Was hast du gesagt?“.

Übrigens: rund 20 % der Österreicher/innen ab 14 Jahren leiden an einer Schwerhörigkeit, das sind ca. 1,6 Millionen Menschen! Lärmschwerhörigkeit ist in Österreich mit Abstand die häufigste Berufskrankheit!

Hörtest

Du willst wissen, wie gut du noch hören kannst? Am besten du gehst zu einem Hals-Nasen-Ohren Arzt oder einer Ärztin. Als einfachen Schnelltest kannst du auch diesen Online Hörtest ausprobieren: Hörtest

Es gibt noch viele weitere Arten von Schwerhörigkeit, wie zum Beispiel die Schallleitungs-SchwerhörigkeitBei einer Schallleitungs-Schwerhörigkeit gelangen die Schallwellen nicht störungsfrei durch das Außen- und/oder Mittelohr. Grund dafür können z.B. Ohrenschmalz-Propfen, eine Mittelohrentzündung oder eine Verletzung des Trommelfells sein. Dies kann man recht gut durch Medikamente, eine Operation oder einfach nur durch „Ohren ausputzen“ behandeln.oder der HörsturzIst die Ursache für die Minderung des Hörvermögens nicht erklärbar, spricht man von einem Hörsturz. Hörst du nach einem Knaller plötzlich schlechter, dann ist die Ursache für die Hörminderung bekannt und damit kein Hörsturz. Oft ist der Vorbote eines Hörsturzes ein Tinnitus, die Betroffenen klagen über ein Schwindel-Gefühl und sind plötzlich sehr lärmempfindlich.

Wichtiger TIPP!

Hörst du plötzlich ohne Grund oder am nächsten Tag nach einem lauten Ereignis schlechter, geh am besten gleich zu einem Hals-Nasen-Ohren Arzt oder einer Ärztin! Umso früher eine Therapie begonnen wird, umso höher die Heilungschancen.