Auswirkungen von Lärm
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Es ging um Leben und Tod

Quelle: procy_ab / Fotolia

Du bist nach einem lauten Tag in der Schule oder in der Arbeit richtig „geschlaucht“, k.o. und hast auch noch Kopfschmerzen? Das alles kann durch Lärm verursacht werden.

Unser Gehirn leistet tolle Arbeit bei der Verarbeitung aller Hörimpulse, die von unseren Ohren kommen. Es kann unwichtige Geräusche weg blenden, damit wir leichter dem Wichtigen folgen können.

Du triffst dich z.B. in einem Café mit Freunden. Rundherum ist es laut, alle Leute sitzen drinnen, weil es regnet. Dein Gehirn blendet die Gespräche der anderen Personen, die Geräusche der Kaffeemaschine und Kellner weg, damit du dich mit deinen Freunden unterhalten kannst. Das funktioniert auch recht gut, aber irgendwie bist du danach „geschlaucht“. Müsstest du in der gleichen Geräuschkulisse eine wichtige Prüfung schreiben, könntest du nicht die volle Leistung bringen! 

In einem Büro kann es durch Lärm zu einer Leistungsminderung von fünf bis zehn Prozent kommen! Der Grenzwert für konzentriertes Arbeiten liegt ja bei 50 dB. Gleichzeitig führt es auch zu Kommunikationsschwierigkeiten, du musst öfter mal nachfragen oder dich näher zu den anderen hinsetzen, damit du dem Gespräch locker folgen kannst.

Unsere Augen können wir schließen und sehen dann nichts. Die Ohren lassen sich nicht schließen – sie arbeiten 24 Stunden am Tag und das ist gut und wichtig so!

Hören, um zu überlebenZu Zeiten von Mammut und Co. musste der Mensch im tiefsten Schlaf ein leises Knacksen hören, es als Gefahr bewerten und dadurch sich selbst aufwecken. Innerhalb von Sekunden mussten alle Kräfte mobilisiert werden, es ging schließlich um Leben oder Tod, weglaufen oder kämpfen. Damit dies möglich ist, werden im Körper Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol (das sind Stresshormone) ausgeschüttet. Das passiert heute gleich wie vor 30.000 Jahren, wenn man lauten Geräuschen ausgesetzt ist. Nur laufen wir heute nicht mehr schnell weg. Trotzdem wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt, aber die Hormone werden durch die fehlende Bewegung nicht abgebaut. Dies hat zur Folge, dass sich die Herzfrequenz, der Blutdruck, der Blutzuckerspiegel und der Gesamtcholesterin erhöhen. Diese Körperreaktion nennen wir „Stress“ und dieser führt bei regelmäßigem Auftreten zu Langzeitfolgen für das Herz-Kreislauf-System, sprich z.B. Herzinfarkt.

Verkehrslärm stellt laut WHO-Studie nach dem Rauchen das zweitgrößte Gesundheitsrisiko dar. Dies trifft vor allem dann zu, wenn nachts nicht genug Ruhe herrscht, damit sich das System erholen kann. Verkehrslärm ist hier mit Abstand der größte Störfaktor einer ruhigen Nacht. Liegt der Schalldruckpegel während der Nach im Mittel über 55 dB, sind jene Personen, die diesem Lärm ausgesetzt sind, fast doppelt so oft in ärztlicher Behandlung wegen Bluthochdruck. 

Auch Kopfschmerzen und Schlafstörungen können einfach nur von Lärm verursacht werden.

Folgende Auswirkungen hat Lärm auf dich:

  • du fühlst dich müde, geschlaucht, k.o., unwohl
  • Konzentrationsstörungen
  • Leistungsminderung
  • Kommunikationsschwierigkeiten
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen mit allen kurz- und langfristigen Folgen 

Durch die Ausschüttung von Stress-Hormonen kommt es zur Erhöhung von..

  • Blutdruck
  • Herzfrequenz
  • Blutzuckerspiegel
  • Gesamtcholesterin

und das alles kann zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen!

Hast du kleine Geschwister?Kinder sind besonders betroffen von Lärm, insbesondere wenn sie in der Nähe von Flughäfen oder lauten Straßen wohnen. Durch die Ausschüttung von Stress-Hormone wird das Immunsystem herabgesetzt und die Kinder erkranken häufiger bzw. können in der Schule weniger Leistung erbringen.

Gewöhnung an Lärm

Wenn du in eine neue Wohnung ziehst, die an einer lauten Straße liegt, dann kannst du dich mit der Zeit an die neuen, lauten Geräusche gewöhnen. Du fühlst dich nach einiger Zeit nicht mehr so durch den Straßenlärm belästigt/beeinträchtigt. Dies ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und gelingt jungen Menschen leichter. Die Reaktionen im Körper (Ausschüttung von Adrenalin etc.) bleiben aber die gleichen, mit dem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen!

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