Psychische Störungen

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Angststörung bei Erwachsenen

Wenn Ängste den Alltag so stark einschränken, dass Sie z.B. nicht mehr Zug fahren, Ihren Beruf nicht mehr ausüben oder Ihre sozialen Kontakte nicht mehr pflegen können, dann sollten Sie sich Hilfe holen.

Es gibt Gefahren im Leben und dass man davor Angst hat, ist nicht nur normal, sondern auch sinnvoll. So können Risiken erkannt und bis zu einem gewissen Grad vermieden werden.

Wann werden Ängste zum Problem? Wenn sie die Bewegungsfreiheit so stark einschränken, dass alltägliche Aktivitäten wie z.B. die Wohnung verlassen oder mit anderen Menschen in Kontakt treten, nicht mehr möglich sind.

Die Lebensqualität von Personen, die unter einer Angststörung leiden, ist stark beeinträchtigt: Manche können kaum aufhören, über ihre Ängste zu grübeln, sie werden immer depressiver und haben Suizidgedanken. Andere konsumieren Drogen, Alkohol oder Beruhigungsmittel, um ihre Ängste irgendwie zu kontrollieren oder loszuwerden.

Fühlen Sie sich von diesen Worten angesprochen? Falls ja, denken Sie daran: «Angsterkrankungen sind behandelbar!» Es lohnt sich, Hilfe zu suchen.

Angst erkennen: im Körper, in den Gedanken, Gefühlen und Handlungen

Wie drückt sich Angst aus? Am eigenen Körper zeigt sich Angst durch Schweißausbrüche, Mundtrockenheit, Übelkeit, Zittern, Durchfall oder auch Druck auf die Blase.

Im Kopf tauchen immer wieder Gedanken auf wie: «Ich werde sterben!», «Es wird etwas Schlimmes passieren!», «Ich bekomme einen Herzinfarkt!», «Ich muss hier weg!».

Menschen mit sehr starker Angst erleben kaum noch Gefühle. Die Gefühle sind wie eingefroren: Patienten berichten anschließend von Zuständen wie «neben sich zu stehen» oder «alles nicht mehr real zu erleben», «als ob mir mein Körper nicht gehört».

Handelt eine Person aus Angst, ist dies für Beobachtende häufig einfach zu erkennen: Wer Angst hat, weint oder schreit. Wenn die Angst übermäßig stark wird, erstarrt die Person und blickt ins Leere. 

Behandlung

Angsterkrankungen sind behandelbar! Bis Sie ohne Angst leben können, braucht es aber etwas Zeit.

Suchen Sie für die Behandlung einen Psychiater, eine Psychologin oder einen Psychotherapeuten (siehe Adressen am Ende dieser Seite). Damit die Schwelle für das erste Gespräch nicht zu hoch ist, nehmen Sie das erste Mal eine Person mit, der Sie vertrauen: Dies schafft Sicherheit. 

Zu Beginn der Behandlung ermittelt der Therapeut, von welchen Ängsten Sie betroffen sind und wie sich diese bei Ihnen zeigen. Wie die Behandlung verläuft, hängt davon ab, beim wem Sie in Therapie sind: Der Arzt behandelt Angst mit Medikamenten, ein Psychoanalytiker sucht nach Ursachen und will diese beheben. Der Verhaltenstherapeut hilft die Angstsymptome auszuhalten und durch neues Verhalten zu überwinden.

Notfall

Ist Ihre Angst so stark, dass Sie es nicht mehr schaffen aus dem Haus zu gehen, dann holen Sie sich rasch Hilfe. Ansprechpartner in dieser Situation sind der Notfallpsychiater oder Ihr Hausarzt / Ihre Hausärztin.

Tipps und Therapievermittlung

Mehr Informationen zu Angststörungen finden Sie unter www.selbsthilfe.at.

Auf www.psychnet.at finden Sie Anbieter/-innen von psychologischen Dienstleistungen. Unter www.psychotherapie.at finden Sie eingetragene Psychotherapeuten/innen. Adressen von Psychotherapeuten/-innen finden Sie auch auf Arztsuche24.at

Der Verein Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter informiert, unterstützt und vernetzt Angehörige psychisch kranker Menschen in Österreich.

Patronat
Quelle/n
Autor/-in
Felix Schrader
Monika Alessi