Sich wehren, Hilfe holen

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Brenzlige Situationen vermeiden

Oft erzählen Opfer von Gewalttaten, dass sie „plötzlich“ angegriffen wurden. Wenn man dann genauer nachfragt, erinnern sie sich meistens, dass der Gewalttat ein seltsames Gefühl vorausging, welches sie leider ignorierten.

Jeder (gesunde) Mensch hat eine „Alarmanlage“, die sich meistens relativ früh meldet, wenn sich eine gefährliche Situation zusammenbraut. Diese nehmen die meisten Personen als Angstgefühl oder als „seltsames“ Gefühl wahr.

Auch Franz (19) hat diese Alarmanlage. Leider hat er sie ignoriert... Franz (19) ist mit seinen Freunden unterwegs. Plötzlich hört er ein Klirren. Eine Gruppe Jugendlicher, die der Gruppe von Franz entgegen kommt, wirft Bierflaschen um sich. Franz merkt sofort, dass die Entgegenkommenden betrunken und schlecht gelaunt sind.

Er hat ein mieses Gefühl. Seine Alarmanlage warnt ihn vor dieser Situation: Er schlägt seinen Freunden vor, einen Umweg zu machen. Diese nennen ihn einen Feigling.

Plötzlich beginnen die Bierflaschenwerfer, die  Franz und seine Freunde zu beschimpfen. Es kommt zur Rangelei. Drei Jugendliche stürzen sich auf Franz und schlagen auf ihn ein. Er sieht, wie seine Freunde wegrennen und ihn alleine zurücklassen.

Als er im Spital erwacht, kann er sich nicht mehr erinnern, was danach geschah. Seine Mutter erzählt ihm, dass er im Koma lag und einen Schädelbruch erlitten hat. Der Arzt sagt ihm, er hätte Glück gehabt, dass ihn jemand zufälligerweise auf der Straße liegend gefunden hat. Er wäre sonst vermutlich verblutet.

Meldet sich deine Alarmanlage, ist das Umgehen der Gefahr meistens die beste Entscheidung.

Franz hätte zum Beispiel einen Umweg nehmen oder die Straßenseite wechseln können. Als die Jugendlichen begannen, Streit zu suchen, hätte Franz flüchten können.

Studien der Polizei belegen, dass man durch eine entschlossene Flucht viel bessere Chancen hat, heil davonzukommen, als wenn man mit den Täter/-innen zu sprechen beginnt.