Herkunft und Vorurteile

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Was sind Vorurteile?

Vorurteile helfen unserem Gehirn beim Verarbeiten riesiger Datenmengen. Gehörtes, Gesehenes und Erlebtes wird in „Schubladen“ gesteckt und die Inhalte der einzelnen Schubladen miteinander verknüpft. 

 

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Vorurteile entstehen aus Einzelbeobachtungen. Werden diese dann aufs Gesamte übertragen, verzerren sie das Bild. Und das kann manchmal zum Problem werden: Weil z.B. gewisse Gruppen von Ausländer/-innen bei Gewaltdelikten häufiger auffallen, sagt man, dass diese Kulturen gewalttätig sind. Doch das ist eine Verallgemeinerung, die nicht für alle stimmt - ein Vorurteil eben. Was genau sind Vorurteile? Und was lösen sie in uns aus?

Was ein Vorurteil ist, sagt das Wort selbst. Es ist ein Urteil, das über eine Person getroffen wird, bevor man sie kennt. Diese wird nicht negativ bewertet, weil sie etwas Schlechtes gesagt oder gemacht hat, sondern weil sie zu dieser Gruppe gehört, über die man ein Vorurteil hat.

Meistens sind Vorurteile negativ – aber nicht immer! Es ist auch ein Vorurteil, dass alle Mädchen in der Schule fleißig sind. Das ist keine schlechte Eigenschaft; aber man kann sie trotzdem als Vorwurf benutzen: Man ist dann plötzlich eine Streberin!

Vorurteile stecken alle Menschen, die ein bestimmtes Merkmal teilen - also z.B. alle Ausländer/-innen oder alle Jugendlichen - in eine Schublade. Alles andere wird ausgeblendet. Individuelle Stärken und positive Eigenschaften zählen nicht.

Wer mit einem Vorurteil konfrontiert wird, fühlt sich in der Regel falsch verstanden und nicht ernst genommen. Man erlebt Feindseligkeit und Ausgrenzung. Manchmal bekommt man aufgrund von Vorurteilen keine Lehrstelle oder keine Wohnung - das nennt man Diskriminierung. Das alles ist schmerzhaft - und es macht ohnmächtig, wenn man merkt, dass die andere Person sich nicht von ihrer Einstellung abbringen lässt.

Jeder Mensch hat Vorurteile, was andere Menschen betrifft. Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Sexualität, Behinderungen oder sozialer Status: Diese Aspekte beeinflussen das Bild, das wir uns von unserem Gegenüber machen. Auch wenn wir es abstreiten: Der dadurch entstandene »blinde Fleck« im Gehirn verhindert, dass wir anderen unvoreingenommen begegnen. Sich das bewusst zu machen, ist ein wichtiger Schritt, um dagegen vorzugehen.

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