Herkunft und Vorurteile

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Hängen Herkunft und Gewalt zusammen?

Wenn über Gewalt gesprochen wird, geht es oft um MigrantInnen. Man sagt, sie seien gewalttätiger als die Einheimischen. Oft wird ihre Kultur als Grund dafür genannt. Aber gibt es wirklich gewalttätige Kulturen? Das Thema wurde von NCBI Schweiz entwickelt und von Land der Menschen für Österreich angepasst.

Unter dem Begriff „Kultur“ werden verschieden Aspekte, wie zum Beispiel Religion, Bildungswesen, Politisches System, Brauchtum, Familienleben, Kleidung, Arbeitsmarktpolitik, Kunst... die in einer Gesellschaft oder in einem Staat vorzufinden sind zusammengefasst. Aussagen wie „gewalttätige Kulturen“ sind immer mit Vorsicht zu genießen!

Eine Möglichkeit, sich über ein Thema zu informieren, ist sich Statistiken dazu anzusehen. In Österreich erhebt die Statistik Austria Zahlen zur Kriminalität, darunter auch zu verschiedenen Gewaltdelikten wie Körperverletzung und sexueller Nötigung. Und sie gibt Auskunft über Kriminalität und Herkunftsgruppen. Dabei unterscheidet sie Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft und Menschen ohne, sogenannte AusländerInnen. Auskunft über den Zusammenhang zwischen Kultur (siehe oben) und Gewalt geben diese Zahlen NICHT. Oft haben wir es hier mit Vorurteilen zu tun.

Was sagen uns diese Zahlen über den Zusammenhang von Kriminalität und ÖsterreicherInnen bzw. Nicht-ÖsterreicherInnen? 2017 wurden 28.286 Personen verurteilt und waren somit kriminell. Davon hatten ca. 4 von 10 keine österreichische Staatsbürgerschaft (AusländerInnen). Dazu zählen TouristInnen ebenso, wie Menschen aus anderen EU-Ländern, wie beispielsweise Deutschland. Die Gruppe der anerkannten Flüchtlinge wird in dieser Statistik auch nicht extra ausgewiesen. Aussagen über anerkannte Flüchtlinge und Kriminalität basieren daher ebenfalls auf Vorurteilen und Vermutungen.

Bedenke: „Schwarze Schafe“ gibt es in allen Ländern und Kulturen.

Außerdem interessant: 2017 wurden Zugewanderte doppelt so oft Opfer von Gewalttaten wie die Gesamtbevölkerung.

Fest steht: Wenn jemand in Österreich eine kriminelle Tat begeht, wird er nach den österreichischen Gesetzen bestraft. Dies gilt für Flüchtlinge, AusländerInnen oder österreichische StaatsbürgerInnen gleichermaßen. Denn für alle Menschen, die sich in Österreich aufhalten, gelten dieselben Gesetze.

Aus der polizeilichen Kriminalstatistik 2017 geht hervor, dass 2 von 3 Gewalttaten Beziehungstaten sind. Das heißt bei über 6 von 10 der begangenen Taten gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer. Sexualdelikte mit Gewaltausübung, wie Vergewaltigungen, sind in den letzten Jahren von der Anzahl konstant geblieben und geben keine besonderen Hinweise auf ein bestimmtes Täterprofil oder Herkunft.

Warum stehen AusländerInnen häufiger wegen Gewalttaten im Rampenlicht als ÖsterreicherInnen? Dafür gibt es viele Erklärungen. Es werden mehr AusländerInnen für Gewalttaten beschuldigt, als man es aufgrund ihres Anteils an der Bevölkerung erwarten könnte. Wer beschuldigt wird, ist noch nicht schuldig. Die Schuld muss zuerst bewiesen werden: erst dann erfolgt eine Verurteilung! Übrigens: Manche Delikte wie beispielsweise Fremdenrecht und Urkundenfälschung werden überwiegend von AusländerInnen begangen, weil sich die verletzten Normen nur auf diese Gruppe beziehen. Außerdem: Personen, die im Ausland geboren wurden, sind doppelt so oft von Armut und Ausgrenzung bedroht, wie Menschen, die in Österreich geboren wurden. Armut kann die Gewaltbereitschaft von Menschen fördern.

Was auffällt ist, dass es sich dabei vor allem um Personen handelt, die aus Regionen und Ländern kommen, die bei uns nicht beliebt sind und stärker diskriminiert und ausgegrenzt werden. Wer diskriminiert wird, neigt eher dazu, mit Gewalt zu reagieren, als jemand, der von der Gesellschaft akzeptiert wird. Zudem kommt es vor, dass diese Personen eher einen niedrigen Bildungsgrad aufweisen und deshalb schlechtere Perspektiven haben, einen Arbeitsplatz zu finden. Fehlende Perspektiven können Gewalt ebenfalls begünstigen.

Doch selbst bei jenen, die ausgegrenzt werden und einen niedrigen Bildungsgrad aufweisen, lebt immer noch die große Mehrheit ganz friedlich mitten unter uns.

Dass gewisse Kulturen einfach gewalttätiger sind als andere, ist ein Vorurteil. Es gibt immer mehrere Gründe die dazu führen, dass jemand gewalttätig wird.

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