Sexuell übertragbare Krankheiten

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Sich schützen

Vor einer Infektion mit dem HI-Virus – und vor Aids - kannst du dich mit Safer-Sex-Regeln den schützen. Safer Sex bedeutet sicheren Sex, d.h. es besteht kein ernsthaftes Übertragungsrisiko.

Einfach Glück gehabt

Wer trotz Risikoverhalten HIV-negativ geblieben ist (das heißt: sich bis jetzt nicht infiziert hat), hat weder ein besonders starkes Abwehrsystem noch einen natürlichen Schutz gegen das HI-Virus, sondern hat bis jetzt ganz einfach Glück gehabt!

Kein Mensch ist sicher vor dem HI-Virus und auch der Test schützt nicht vor HIV!

Safer Sex ist...

  • Miteinander schlafen (Penis in Vagina oder After) immer mit Kondom!
  • Keinen Samenerguss in den Mund, Samenerguss nicht schlucken.
  • Kein Menstruationsblut in den Mund, Blut nicht schlucken.

Zungenküsse, Umarmen, Streicheln, Petting stellen KEIN Übertragungsrisiko für HIV dar.

Solange kein Samenerguss bzw. kein Menstruationsblut in den Mund kommen, besteht auch bei oralem Sex (Befriedigung mit dem Mund) kein HIV-Übertragungsrisiko. Aber Achtung: Viele Männer/Jungs können ihren Samenerguss nicht kontrollieren!

Kondome schützen

Safe, das heißt sicher, sind alle Arten von Geschlechtsverkehr mit Kondom.

Einzig Kondome schützen gleichzeitig vor einer Schwangerschaft, vor HIV und vor einer sexuell übertragbaren Infektion (STI).

Wenn Kondome für den Analverkehr benutzt werden, sollte viel wasserlösliches oder silikonbasiertes Gleitmittel verwendet werden.

Treue schützt - aber nicht immer...

Treue schützt vor HIV – aber nur unter folgenden Bedingungen:

  • Du hast eine feste Beziehung und in den ersten drei Monaten hält ihr euch an die Safer-Sex-Regeln.
  • Nur du und deine Partnerin/dein Partner schlafen miteinander.
  • Ihr habt beide (gemeinsam) nach drei Monaten seit Beziehungsbeginn einen HIV-Test gemacht, der gezeigt hat, dass ihr beide das HI-Virus nicht in euch tragt.
  • Ihr habt miteinander besprochen, wie ihr euch verhält, wenn es doch einmal zu einem Seitensprung kommen sollte. Beachtet die Regel: „Im Minimum ein Gummi drum".
  • Ihr habt besprochen, wie ihr euch vor einer unerwünschten Schwangerschaft schützt.

Treffen alle diese Punkte auf eure Situation zu? Kannst du wirklich 100-prozentig sicher sein? Ganz ehrlich?

Falls du diese Fragen mit ja beantworten kannst, könnt ihr auf das Kondom verzichten.

Manchmal dauert eine Freundschaft lange, manchmal nur kurz. Treue in wechselnden Partnerschaften schützt nicht vor HIV.

Wenn das Kondom einmal platzt...

Wenn doch einmal ein Kondom platzt, reißt, abrutscht oder sonst irgendwie beschädigt ist, kannst du nur mit einem HIV-Test nach drei Monaten feststellen, ob du dich dabei mit HIV infiziert hast oder nicht. Bis zum Resultat solltest du dich und deinen Partner/ deine Partnerin unbedingt immer schützen.

Du kannst das Risiko in einer Beratungsstelle abklären, z.B. bei der Aids-Hilfe in deiner Nähe oder bei einer anonymen Test- und Beratungsstelle.

Wie ein HIV-Test funktioniert und wo du ihn machen lassen kannst, erfährst du unter Der HIV-Test.

Wenn ein Kondom beschädigt worden ist, besteht auch die Gefahr, schwanger zu werden. Bis maximal 72 Stunden nach dem Missgeschick hilft in dieser Situation die 'Pille danach'. Je früher du sie einnimmst, desto höher ist ihre Wirksamkeit. Du bekommst sie ohne Rezept in der Apotheke. Zuerst gibt es ein Gespräch mit der Apothekerin/dem Apotheker. Die 'Pille danach' schützt aber nicht gegen Geschlechtskrankheiten.

Wurde der Zeitpunkt für die 'Pille danach' verpasst (mehr als 72 Stunden seit der Verhütungspanne sind verstrichen), so kann eine Kupferspirale, die 'Spirale danach', noch bis fünf Tage nach der Verhütungspanne eingelegt werden, um das Einnisten der Eizelle zu verhindern. Das Einlegen der 'Spirale danach' kann nur die Frauenärztin vornehmen. Auch die 'Spirale danach' hilft nicht gegen Geschlechtskrankheiten.