Fake News und Verschwörungstheorien

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Welche Rolle spielt Social Media bei der Verbreitung von Fake News?

Quelle: pixabay

Falschnachrichten gibt es nicht erst seit es Social Media gibt, aber deren Verbreitung wurde bedeutend vereinfacht.

Vom Buchdruck zum Mausklick

Vor dem Internet war das Verbreiten von Nachrichten aufwändig, schwierig und wenigen Menschen vorbehalten. Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender konnten Nachrichten schnell an ein großes Publikum bringen, doch außerhalb der traditionellen Medien und ihren Redaktionen brauchten Nachrichten lange oder gelangten gar nicht an die Öffentlichkeit. Diese sogenannte Gatekeeper-Funktion (eine Art Türsteher) haben die Medien durch das Web 2.0 verloren. Dadurch gelangen Nachrichten schneller an eine große Öffentlichkeit, jedoch geht auch die Filterung und Bearbeitung durch eine Redaktion verloren.

Heute kann ich binnen weniger Sekunden etwas im Internet veröffentlichen und damit (je nachdem, über welche Popularität ich verfüge) hunderte, tausende oder noch mehr Menschen erreichen. Dabei kontrolliert niemand außer mir, ob die von mir veröffentlichte Nachricht stimmt.

Bots, KIs und Algorithmen

Je nachdem, wie viele Interaktionen ich auf diese Nachricht in Social Media-Netzwerken erhalte, bewerten Algorithmen diese und empfehlen sie anderen Nutzer:innen. Algorithmus bezeichnet in diesem Fall ein Programm, das Inhalte analysiert und bewertet, um anhand von vernetzten Daten Vorschläge zu machen. Dies geschieht auf YouTube, wenn dir Videos vorgeschlagen werden, auf Amazon, wenn dir Produkte zum Kauf angepriesen werden und auf Facebook und Instagram, wenn dir Werbung oder andere Accounts zum Folgen angezeigt werden. Diese Automatisierung von Abläufen geht so weit, dass Bots (kleine Programme, die einfache Aufgaben erfüllen) Nachrichten gestalten oder Tweets absetzen und so Themen vorgeben, über die echte Menschen dann diskutieren.

So ist das z.B. im US-amerikanischen Wahlkampf 2016 geschehen, bei dem mindestens 400.000 solcher Bots eingesetzt wurden, die etwa 3.8 Millionen Tweets abgesetzt haben.

Influencer:innen – menschliche Bots?

Der vor allem unter Jüngeren immer stärker werdende Traumjob "Influencer:in" ist ein Spezialfall der Nachrichtenverbreitung im Internet. Durch Interaktionen im Internet Geld zu verdienen, ist an sich nichts auszusetzen. Ein wichtiges Mittel dafür ist oft Clickbaiting. Dabei werden in einer Überschrift oder einem Teaser Dinge angedeutet, die sich im Artikel oder im Video meist als nicht so drastisch herausstellen. Durch den Klick auf das Video ist aber schon der Zweck des Teasers erreicht, denn Viewzahlen und -stunden sind vor allem auf YouTube eine wichtige Kennzahl. Zusätzlich finanzieren sich Influencer:innen über Werbung und/oder Produktplatzierung, bei der sie auch durch Un- und Halbwahrheiten finanziell profitieren (siehe Profit in "Warum werden Fake News erschaffen?").

Stand: August 2021

 

 

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