Jugendliche erzählen

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Faton (16): Unfaire Absagen auf der Lehrstellensuche

Ich komme ja aus dem Kosovo, sagen alle - obwohl ich eigentlich ja in Österreich geboren bin. Aber meinem Namen hört man es halt an, dass meine Familie nicht von hier ist und ich habe auch keinen österreichischen Pass. Ich war sicher kein super Schüler, aber immerhin. So schlecht waren meine Noten nicht. Schon bald, als wir mit der Berufsorientierung angefangen haben, wusste ich: Ich möchte eine Lehre machen. Ich wusste schon, dass das als HS-Schüler nicht einfach würde, deshalb wollte ich gerne an zwei oder drei Orten schnuppern, damit mögliche Lehrmeister mich kennen lernen konnten. Ich hatte mir für diese Schnupperlehren viel vorgenommen.

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Es gibt nicht so viele Orte für Lehrstellen bei uns in der Region, deshalb habe ich mit einigen älteren Freunden gesprochen, wo es gut wäre, mich auf eine Schnupperlehre zu bewerben. Sie haben mir dann doch ein paar Adressen gegeben, bei denen ich mich auf einen Schnupperplatz beworben habe. Von zwei Firmen habe ich gar nichts gehört, vier haben mir zurückgeschrieben, dass sie entweder keine Schnupperplätze haben oder dass diese schon besetzt seien. Das hat mich schon ein bisschen enttäuscht.

So richtig wütend geworden bin ich aber erst, als eine Klassenkollegin von mir bei einer der Firmen, die mir geschrieben hatten, dass es bei ihnen keine Plätze gibt, eine Zusage erhielt. Sie hatte sich nach mir dort beworben und ihre Noten sind auch nicht besser als meine... Aber ihr Name hört sich schon weniger fremd als meiner. Für einen Moment dachte ich, dass es eh keine Chance gibt für mich – sowieso nicht als Ausländer. Doch ich gebe nicht auf, ich suche weiter.

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Autor/-in
Andi Geu