Prostitution

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Was ist Prostitution?

Prostitution bedeutet, dass jemand sexuelle Handlungen für Geld anbietet.
Sexarbeit ist vielfältig und daher als Begriff weiter gefasst als 'Prostitution'.
Sexarbeiterinnen bieten Sex als Dienstleistung an. 

Sexarbeit inkludiert viele Dienstleistungen. Diese reichen von 'Telefonsex', Striptease, Sexualassistenz, erotischen Massagen bis hin zu Begleitung durch 'Escorts', Sexdienstleistungen in Laufhäusern und Bordellen und BDSM Services. Sexarbeiterinnen brauchen spezielle körperliche und psychologische Fähigkeiten und müssen sehr einfühlsam sein, um ihre Tätigkeit auszuüben. Es gibt viele abwertende Begriffe für Sexarbeiterinnen wie z.B. Hure, Bordsteinschwalbe, Nutte, etc., die sehr beleidigend sind. Frauen und Männer, die für Begleitagenturen arbeiten, und bei der Kundin oder dem Kunden zu Hause oder im Hotel arbeiten, werden oft Callgirl bzw. Callboy genannt.

Warum verwenden wir den Begriff 'Sexarbeit' und nicht 'Prostitution'?

'Prostitution' ist moralisch stark besetzt, der Begriff Sexarbeit soll zeigen, dass es sich um ARBEIT handelt und auch klären, dass 'die Prostituierte' nicht auf ihre berufliche Tätigkeit reduziert werden kann, sondern eine Person mit Job, Privatleben, etc. ist. Sexarbeit ist auch ein politischer Begriff. Er bedeutet Sexdienstleistungen als Arbeit anzuerkennen, die (arbeits-) rechtliche Absicherung zu fordern und sich für die Entstigmatisierung einzusetzen.

Warum machen Sexarbeiterinnen diese Arbeit?

Das ist die am Häufigsten gestellte Frage.
Sexarbeiterinnen würden einfach darauf antworten, dass sie diese Arbeit machen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so wie andere Berufsgruppen auch. Sexarbeiterinnen sind Frauen, die genauso Mütter, Studentinnen, etc. sind. Der Unterschied ist, dass sie einen Beruf ausüben, der gesellschaftlich negativ bewertet wird. Die Gründe sich für diesen Beruf zu entscheiden sind vielfältig. Manche möchten flexible Arbeitszeiten, andere treffen gerne viele verschiedene Menschen, wieder andere mögen es zuzuhören und damit Unterstützung anzubieten,...

Es gibt keinen 'Standardweg', um mit Sexarbeit zu beginnen, sie auszuführen oder damit aufzuhören. Während Sexarbeiterinnen oft gefragt werden, warum sie diesen Job machen, werden Fließbandarbeiterinnen, Anwältinnen, Friseurinnen, Ärztinnen, etc. eher selten nach der Motivation für ihre Berufswahl befragt. Der Grund für die Frage ist wohl, dass manche starke moralische Vorbehalte gegen Sexarbeit haben.

Sexarbeit ist oft anstrengend, Fließbandarbeit auch. Kunden wollen oft ihren seelischen Ballast loswerden, das kennen Friseurinnen auch. Ärztinnen oder Pflegerinnen berühren andere Menschen an sehr intimen Körperstellen, Sexarbeiterinnen auch. Sexarbeit kann körperlich und psychisch sehr harte Arbeit sein. Die Verdienstmöglichkeiten sind unterschiedlich. Das „Pretty Woman“-Bild von der edel gestylten jungen Frau, die durch Prostitution reich geworden ist, ein tolles Auto fährt, ihre Zeit auf Partys verbringt und deren Kunden wie Richard Gere sind, stimmt meistens nicht.

Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen in Österreich

Es gibt in mehreren Bundesländern Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen. Dort können sich Sexarbeiterinnen beraten lassen, wenn sie Fragen haben oder Unterstützung brauchen.

Viele Sexarbeiterinnen spüren, dass ihr Beruf stigmaitisiert ist. Sie schämen sich und trauen sich nicht in eine Beratungseinrichtung zu gehen, wenn sie Unterstützung brauchen. Deshalb bieten die meisten Fachberatungseinrichtungen auch Streetwork an. Das bedeutet, dass die Beraterinnen direkt in Bars und Laufhäuser gehen und den Sexarbeiterinnen, die das möchten, Information und Beratung anbieten.

Die Mitarbeiterinnen der Fachberatungsstellen machen auch Öffentlichkeitsarbeit, versuchen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Sexarbeiterinnen abzubauen und arbeiten bei neuen Gesetzesentwürfen mit.

Auf den Homepages der Einrichtungen findest du genauere Informationen. (Linkliste zu den Fachberatungsstellen in Österreich).

Sexualassistenz - Sexualität für Menschen mit Behinderung

Es gibt aber Sexarbeiterinnen, die sich auf Sexdienstleistungen für Menschen mit Behinderung spezialisiert haben. Manche Menschen haben z.B. aufgrund von körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen spezielle Bedürfnisse. SexualassistentInnen bieten Menschen (sexuelle) Berührungen an, Geschlechtsverkehr ist aber (meist) ausgeschlossen. Mittlerweile gibt es Ausbildungslehrgänge für Sexualassistentinnen und Sexualassistenten.

BDSM

BDSM steht für Bondage Discipline, Dominance Submission, Sadism Masochism. Also Fesselung und Disziplinierung, Dominanz und Unterwerfung, Sadismus und Masochismus umfasst alle möglichen Praktiken die mit spielerischen Mitteln diese sexuellen Vorlieben und Verhaltensweisen bedienen. Genauere Informationen findest du z.B. bei diesem Wikipedia Eintrag. Die 'Spiele' können gefährlich sein und folgen deshalb klaren Regeln. Es gehört viel Erfahrung und Verantwortungsbewusstsein dazu. Es gibt Sexarbeiterinnen, die sich auf BDSM-Praktiken spezialisiert haben. Sie werden auch „Dominas“ genannt. Die rechtliche Situation ist in vielen Ländern schwierig, da einige Praktiken auch als Körperverletzung gesehen werden können.