Prostitution

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Wer kauft Sex?

Käuflicher Sex wird vorwiegend von Männern konsumiert. Man nennt sie oft Freier oder respektvoller Kunden bzw. in Bordellen Gäste. Da in unserer Gesellschaft nur wenige Frauen Sex kaufen wollen, arbeiten auch die meisten Sexarbeiter fast ausschließlich für Männer.

Oft wird unterstellt, dass Männer zu Sexarbeiterinnen gehen, weil sie keinen Partner oder keine Partnerin finden, oder sich besonders ausgefallene 'perverse' Sexualpraktiken wünschen, etc. Tatsächlich sind die Gründe und Motive, weshalb Menschen für Sex Geld ausgeben, sehr vielfältig.

Nähe und Geborgenheit

Es gibt Menschen, die bei einer Sexarbeiterin nicht in erster Linie Sex, sondern einfach die Nähe und Geborgenheit eines anderen Menschen suchen. Sie möchten in den Arm genommen werden, sich mit jemandem unterhalten, usw. Das wird manchmal 'Girlfriend Sex' genannt, d.h. dass die Sexarbeiterin während der gebuchten Zeit so tut, als wäre sie die Partnerin des Kunden.

Seltene Sexualpraktiken

Manche Männer gehen zu Sexarbeiterinnen, weil sie sich z.B. Sexualpraktiken wünschen, die ihre Partnerin ablehnt, oder weil sie sich einfach einmal bedienen lassen möchten, ohne auf die Befriedigung der anderen Person zu achten. Ein weiterer Kundenkreis von Sexarbeiterinnen sind Personen, die wenig verbreitete Sexualpraktiken bevorzugen. Zum Beispiel Züchtigungen, Schläge, Schmerzen, Sex in spezieller Kleidung oder in besonderer Umgebung usw. Es gibt Sexarbeiterinnen, die sich auf diese Arbeit spezialisiert haben ('Dominas'), da für diese Praktiken oft ein besonders hohes Maß an Verantwortung, Umsicht und Wissen nötig ist. Oft wird in diesem Zusammenhang etwas vorschnell von perverser oder abartiger Sexualität gesprochen. Es geht aber lediglich um etwas andere sexuelle Bedürfnisse als die Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert oder ausübt.

„Das erste Mal" - Jungfrauen

Jugendliche stehen oft unter einem großen sexuellen 'Leistungsdruck'. Medien vermitteln ein Bild wie 'richtiger Sex' zu sein hat. (Mehr Info dazu findest du im Bereich Wer konsumiert Pornografie). Manche Jugendliche, vor allem junge Männer, überlegen deshalb 'das erste Mal' mit einer Sexarbeiterin zu erleben. Dieser Überlegung liegen verschiedene Fantasien zugrunde, z.B. die 'Einführung ins Liebesspiel' durch eine sehr erfahrene ältere Frau oder die Idee von einer Sexarbeiterin möglichst viele Praktiken und Techniken lernen zu können, um ein 'guter' Liebhaber zu werden. Diese Erwartungen erfüllen sich so gut wie nie. Und weil Sex sehr viel mehr ist, als ein bisschen 'technisches Gereibe' ist die Enttäuschung meistens vorprogrammiert.

Kriminelle Motive

Üblicherweise verhandeln der Kunde und die Sexarbeiterin über die Sexdienstleistung, die erbracht werden soll und den Preis dafür. Es gibt aber auch Männer, die (sexuelle) Wünsche haben, die eine Sexarbeiterin nicht erfüllen würde, weil diese in Österreich als kriminell angesehen werden und verboten sind. Es gibt z.B. Männer, die Sex mit Kindern haben möchten, oder Sexualität nur in Verbindung mit Gewalt erregend finden. Das ist strafbar und hat nichts mit Sexarbeit zu tun! Mehr darüber erfährst du unter sexuelle Gewalt.