Formen von Gewalt

Inhalt

Spezielle Formen von Gewalt

Stalking

Stalker suchen aufdringlich die Zuneigung einer Person, obwohl diese nicht will. Stalking passiert oft im Zusammenhang mit einer abgelehnten oder abgebrochenen Liebesbeziehung. Die Folgen für Opfer sind schlimm!

Stalker sind mehrheitlich Jungen oder Männer. Jugendliche Stalker holen sich oft Verbündete. Ihnen geht es meistens um Rache für eine Abweisung. Am Anfang sind die Annäherungsversuche einfach lästig, z.B. unerwünschte SMS und E-Mails oder Geschenke. Kommt der Stalker nicht zum Ziel, wendet er immer bedrohlichere Methoden an. Er beobachtet oder verfolgt das Opfer ständig, beschimpft, beleidigt oder droht. Manchmal werden Sachen beschädigt oder es kommt zu körperlichen Übergriffen. Je länger Stalking dauert, desto schwieriger wird das Leben der Betroffenen. Sie haben Angst, fühlen sich schutzlos und sehen keinen Ausweg mehr. Sie können nicht mehr schlafen, werden gereizt, können sich nicht mehr konzentrieren oder werden sogar psychisch krank. 

Tipps: Kennst du jemanden, der gestalkt wird oder bist du Opfer? Organisiere unbedingt Unterstützung, z.B. bei deinen Eltern, in der Schule oder bei einer Opferhilfeberatungsstelle. Stalking ist strafbar und soll verhindert werden: Du hast z.B. das Recht eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Vandalismus

Vandalismus ist Gewalt gegen Sachen. Durch Schäden entstehen hohe Kosten. Vandalismus schadet dem Sicherheitsgefühl aller Menschen.

Vandalismus heißt Zerstörungswut oder Zerstörungslust. Meistens sind es einzelne Jugendliche oder Gruppen von Jugendlichen, die Gegenstände im öffentlichen Raum zerstören oder Gebäude und Einrichtungen beschädigen. Auch Littering ist eine Form von Vandalismus. Graffiti kann Vandalismus, aber auch Kunst sein, wenn Bauten mit Zustimmung der Besitzer*innen mit gut gemachten Motiven besprayt sind. Jugendliche Vandalen handeln oft ohne bestimmten Grund, aus Langeweile oder weil sie sich gerade über etwas aufregen. Was beschädigt wird, ist eher zufällig, aber fremdes Eigentum. Vandalismus ist „ansteckend“ und kostet viel Geld. Wo Schäden nicht sofort repariert werden, wird mehr zerstört. Außerdem lösen Vandalenakte bei anderen Jugendlichen und Erwachsenen ein Gefühl von Unsicherheit aus. Orte mit Zerstörung, Verschmutzung und Abfall werden gemieden und verfallen nach und nach.  Vandalismus ist strafbar. Wer erwischt wird, muss die Schäden bezahlen.

Tipps: Und wie ist es mit dir? Kommt es dir manchmal auch so vor, als ob du einfach zu viel Energie und Power hättest? Möchtest du zwischendurch am liebsten aus der Haut fahren oder explodieren? Oder umgekehrt: Kommt es vor, dass du nicht weißt, was du mit dir selbst und deiner Zeit anfangen sollst und es dir fürchterlich langweilig ist? Wenn ja, ist Vandalismus sicher nicht die richtige Antwort. Musst du durch Gegenden mit Zerstörung, Verschmutzung und Abfall laufen, z.B. wenn du zur Schule oder zur Arbeit gehst? Falls ja, und wenn es dich stört, kannst du etwas dagegen unternehmen. Um dein Anliegen nicht allein bewältigen zu müssen, kontaktiere eine*n Jugendarbeiter*in in deiner Gegend. Er*sie wird dich unterstützten, dein Projekt für die Gemeinde zu realisieren.

Beziehungsgewalt

Die Welt ist voller Gewalt, aus Nachrichten und Zeitungen erfährt man, wo nicht überall Menschen Opfer von Gewalt sind. Oft findet Gewalt auch wirklich weit von uns entfernt statt (in einem anderen Land) oder wir schieben es auf bestimmte Gruppen (die Bande, die Kriminellen, die Asozialen,...). Leider zeigt die Statistik jedoch, dass sich die meisten Gewalttaten im direkten Umfeld (Familie, Beziehung) des Opfers abspielen.

Oft handelt es sich dabei nicht (nur) um körperliche Gewalt. Gerade in Fällen von Beziehungsgewalt spielt psychische Gewalt eine sehr große Rolle. Viele dieser Fälle bleiben im Verborgenen, werden nie zur Anzeige gebracht, die Täterpersonen nie zur Rechenschaft gezogen. Das hat damit zu tun, dass sich die Betroffenen oft dafür schämen, was ihnen von nahen Menschen angetan wird.

Sexualisierte Gewalt

Hier findest du Infos zum Thema.

Kulturelle Gewalt

Diese Form der Gewalt tötet nicht oder macht niemanden zum Krüppel, aber sie trägt zur Rechtfertigung von Gewalt bei.

Kulturelle Gewalt sind Eigenschaft einer Kultur, mit deren Hilfe direkte oder strukturelle Gewalt legitimiert (das heißt: als rechtmäßig anerkannt) werden kann.

Ein typisches Beispiel hierfür ist die rechtsextreme Ideologie der Nationalsozialist*innen. Deren rassistische Theorie vom “Herrenvolk” und den “Untermenschen” (z.B: Menschen jüdischen Glaubens bzw. “nicht-arischer-Herkunft") führte zu unfassbarer Gewalt, die von den Anhänger*innen dieser Theorie gutgeheißen wurde.

Mobbing

Hast du schon selbst erlebt, dass ein Kollege oder eine Kollegin in der Schule, am Arbeitsplatz, im Verein oder in einer anderen Gruppe, vielleicht auch im Internet, über längere Zeit regelmäßig beleidigt, schikaniert, gequält oder ausgegrenzt wurde? Das ist Mobbing.

Mobbing ist ein hässliches und unakzeptables Verhalten. Du hast das Recht ohne Mobbing zu leben.  Jede*r kann Opfer von Mobbing werden – egal ob Jugendliche*r oder Erwachsene*r.

Mobbing-Situationen haben folgende Merkmale:

  • Angriffe sind beabsichtigt und geschehen häufig, d.h. wöchentlich oder sogar täglich.
  • Sie geschehen über mehrere Monate oder länger.
  • Das Opfer kann sich nicht allein helfen.
  • Die Täter*innen sind viel stärker oder in der Überzahl.
  • Bei Mobbing ist immer eine Gruppe beteiligt.

Gemobbt wird auf unterschiedlichste Art:

Wenn niemand wirksam eingreift, werden die Angriffe immer fieser und brutaler. Mobbing ist ansteckend: Je länger die Schikanen dauern, desto mehr Gruppenmitglieder beteiligen sich daran. Mobbing ist sogar dann eine sehr schwere Form von Gewalt, wenn die Täterpersonen keine körperliche sondern seelische Gewalt anwenden. Auch diese Form von Gewalt kann dazu führen, einen Menschen fertigzumachen und ihn sogar bis zum Suizid treiben.

Mehr zum Thema Mobbing findest du  hier.

Cybermobbing

Erhältst du bösartige E-Mails oder SMS? Wird ein Freund oder eine Freundin auf einer sozialen Plattform oder im Chat angepöbelt und sogar beleidigt? Entdeckst du peinliche Bilder oder Videos einer Freundin im Internet? - All das können Fälle von Cybermobbing oder Cyber-Bullying sein. 

Manche Jugendliche missbrauchen das Internet, Handy oder E-Mail, um Kolleginnen und Kollegen oder Erwachsene zu beleidigen oder bloßzustellen. 

Mehr zum Thema Cybermobbing findest du hier.

Strukturelle Gewalt

Jene Gewaltarten, bei denen es eine*n Akteur*in gibt, also Täter-Personen beteiligt sind, nennt man personale oder direkte Gewalt. Der entstandene Schaden ist auf eine (oder mehrere) Täterperson*en zurück zu verfolgen.

Die Gewalt ohne Akteur*in wird als strukturelle oder in-direkte Gewalt bezeichnet.

Bei der strukturellen Gewalt tritt niemand in Erscheinung, die Gewalt ist in das System eingebaut. Strukturell Gewalt braucht daher keinen Täter, sondern wird als Dauerzustand (z.B. Armut) beschrieben und äußert sich in ungleichen Machtverhältnissen, ungleichen Lebenschancen (z.B. keine ausreichende medizinische Versorgung in einem Land, kein sauberes Trinkwasser, keine Chance auf Bildung,…) Strukturelle Gewalt liegt auch vor, wenn durch Gesetze eines Staats einzelne Bevölkerungsgruppen benachteiligt, verfolgt oder unterdrückt werden.

Patronat
Quelle/n
Gugel, G. (2008). Handbuch Gewaltprävention I, Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V. / Gugel, G. (2010). Handbuch Gewaltprävention II, Institut für Friedenspädagogik Tübingen e.V.
Autor/-in
Heidi Bassin
Elisabeth Zurl-Zotter

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