Perspektiven im Krisenfall

Inhalt

Mehr Perspektiven- mehr Möglichkeiten der Entscheidung

Quelle: contrastwerkstatt / Fotolia

LehrerInnen arbeiten in einem Spannungsfeld und die Erwartungen, Anforderungen und Belastungen werden mehr. Kann Supervision eine Möglichkeit sein, um mit den Belastungen besser umzugehen? Und wenn ja, was ist eigentlich Supervision?

Supervision kommt vom lateinischen „supervidere“ und meint „Überblick“. Supervision ist ein bewährtes Beratungsformat, das im Kontext Sozialer Arbeit entstanden ist. Supervision ist vor allem ein Reflexionsinstrument, mit Fokus auf Bedingungen und Gegebenheiten unserer Arbeit. Häufig gestaltet sich unser Arbeitsalltag herausfordernd. Neben der Arbeit, bei der die SchülerInnen im Zentrum unseres Tuns stehen, gibt es auch andere Wirkfaktoren, die Bedeutung haben. Das LehrerInnenkollegium, die Schulbehörde, die Eltern und Erziehungsberechtigten, räumliche Rahmenbedingungen... Besonderes Augenmerk in der Supervision wird auf die Schnittstelle zwischen Profession, Organisation und Person gelegt.

Wir haben uns alle schon einmal handlungsunfähig erlebt, gerade weil wir aufrichtig versuchen, alle Rahmenbedingungen und Wirkfaktoren einzubeziehen. Was wir uns wünschen, wäre eine neue Perspektive. Supervision bietet die Möglichkeit unter Begleitung eines/r Supervisors/in eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen. Indem Zusammenhänge erkannt und neue Blickwinkel eingenommen werden können  sich daraus neue Perspektiven entwickeln. Grundhaltung der Supervision ist, SIE sind die/der ExpertIn für ihre Situation. In der supervisorischen Arbeit werden sie darin unterstützt, dass sie ihre  berufliche Aufgabe erfüllen können. Die Teilnehmenden stehen im Zentrum der Supervision. Damit wir in einem Klima des Vertrauens arbeiten können, steht die absolute Verschwiegenheitspflicht der Supervisors/in fest.

Supervision findet in drei möglichen Seetings statt:

  1. Einzelsupervision: Mit einer SupervisorIn wird die berufliche Situation reflektiert. Häufig erleben LehrerInnen, dass sich während des Sprechens über Situationen ihres Berufsalltags Gedanken neu ordnen und wodurch Lösungen in greifbare Nähe rücken. So wird Einzelsupervision erlebt „ Ich bin ich sehr zuversichtlich, dass der Elternabend gelingen kann. Ich weiß nun, was meine Aufgabe ist und warum die Eltern so nachdrücklich sind. Sie sind nicht gegen mich, sondern für ihre Kinder. Und das kann ich wirklich verstehen…“
  2. Gruppensupervision:Die Gruppe besteht aus Personen aus gleichen oder sich ähnelnden Berufen oder Arbeitsfelder, wobei es keine direkte Zusammenarbeit gibt. Da die anderen Personen das Berufsfeld kennen, ist diese Arbeit von viel Verstehen geprägt. Auch in diesem Format geht es um die Erweiterung der Perspektiven und Handlungskompetenz. So wird Gruppensupervision erlebt „Ich habe immer gemeint, nur bei mir zeigt sich das. Jetzt sehe ich, auch ihr habt mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen. Dieses Wissen tut mir gut und lässt mich nicht mehr an mir zweifeln.“
  3. Teamsupervision: Menschen, die gemeinsam an einem Ziel arbeiten gehen gemeinsam in die Supervision. (Beispielsweise ein Team von LehrerInnen, die in einer Klasse an einem gemeinsamen Projekt arbeiten). Teamsupervision unterstützt Arbeitsteams bei der gemeinsamen Reflexion und Bearbeitung von beruflichen Herausforderungen. Dabei kann es sich um Themen mit SchülerInnen oder KollegInnen handeln, die gemeinsam bearbeitet werden, oder um Themen, die die Zusammenarbeit des Teams, oder einzelner Personen im Team betreffen. So wird Teamsupervision erlebt „Jetzt haben wir wieder ein klares Ziel vor Augen. Ich kann erkennen, was die gesetzlichen Rahmenbedingungen zulassen und ich fühle mich wohl in diesem LehrerInnenteam. Ich freue mich auf unsere nächsten Schritte für diese Klasse, die wir heute konkretisiert und verbindlich gemacht haben“. (Die übrigen TeilnehmerInnen nicken zustimmend.)

Hier nun eine Methode von Dr. Johannes Herwig- Lempp, die sowohl im Kollegialen Austausch wie in der Supervision gut eingesetzt werden kann:

Gehirnjogging

1. FalleinbringerIn schildert ihre/seine Situation

2. Alle anderen TeilnehmerInnen vollenden nun aus ihrer Sicht folgende Sätze:

  • Meine Hypothese ist…
  • Ich frage mich…
  • Angenommen, du wolltest alles verschlimmern…
  • Ich an deiner Stelle würde… tun…
  • Mein Kompliment an dich…

Fokus

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Führen und Leiten

Auf die Situation kommt es an:

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Setzen Sie die richtigen Zeichen und behalten Sie dadurch alles unter Kontrolle.

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