Sex & Sexarbeit
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Was ist mit Sexarbeit und Prostitution gemeint?

Quelle: SXA Info/ ©Frauenservice Graz

Prostitution bedeutet, dass jemand sexuelle Handlungen für Geld anbietet.
Sexarbeit ist vielfältig und daher als Begriff weiter gefasst als 'Prostitution'.
Sexarbeiter:innen bieten Sex als Dienstleistung an. 

 

 

 



Sexarbeit bedeutet, dass eine Person sexuelle Handlungen für Geld anbietet. 'Prostitution' meint im Grunde dasselbe, jedoch ist 'Prostitution' ein moralisch stark besetzter und abwertender Begriff. Auch für Sexarbeiter:innen gibt es viele abwertende Begriffe, die sehr beleidigend sind. Damit wir andere nicht verletzen, ist es wichtig, dass wir darauf achten welche Wörter wir verwenden.

Warum verwenden wir die Bezeichnung 'Sexarbeit'?    
Die Bezeichnung 'Sexarbeit‘ (Englisch: Sexwork) wurde von Sexarbeiter:innen selbst eingeführt und verdeutlicht, dass es sich hierbei um Arbeit handelt. 'Sexarbeit' ist auch ein politischer Begriff, der für die (arbeits-) rechtlich Absicherung von Sexarbeiter:innen steht und gegen deren Abwertung ist.
Ganz wichtig ist, dass mit dem Begriff 'Sexarbeit‘ SELBSTBESTIMMTE und EINVERNEHMLICHE (konsensuale) sexuelle Dienstleistungen zwischen Erwachsenen gemeint sind. Ansonsten handelt es sich nicht um Sexarbeit, sondern um erzwungene Sexualität und somit um sexuelle Gewalt.  
Dazu zählen zum Beispiel Menschenhandel oder Sex mit Minderjährigen. Das ist strafbar und hat nichts mit Sexarbeit zu tun!

Hier findest du noch etwas über Konsens!   


Worum geht es bei Sexarbeit?    
Bei Sexarbeit bzw. bei sexuellen Dienstleistungen geht es nicht nur um Geschlechtsverkehr. Sexarbeitende sind z. B. auch Gesprächspartner:innen und Zuhörer:innen. In der Arbeit schaffen sie eine angenehme Atmosphäre, da es ihnen wichtig ist, dass sich andere Menschen bei ihnen wohlfühlen. Das erfordert eine Menge an Fähigkeiten wie Flexibilität, Verantwortungsbewusstsein, Verhandlungskompetenz, Professionalität und noch vieles mehr. 
Der Bereich der Sexarbeit ist vielfältig und reicht von Telefonsex, Striptease, Sexualassistenz/-begleitung, erotischen Massagen, Begleitung durch Escorts, über Online-Services bis hin zu sexuellen Diensten in Laufhäusern, Bordellen und auf der Straße.


Warum arbeiten Menschen als Sexarbeiter:innen?    
Sexarbeiter:innen werden oft gefragt, warum sie diesen Job machen. Lehrer:innen, Anwält:innen oder Friseur:innen werden kaum danach gefragt.
Ein Grund dafür ist, dass viele Menschen starke moralische Vorbehalte gegen Sexarbeit haben. Deswegen wird auch oft in Frage gestellt, ob Menschen freiwillig in der Sexarbeit sind. Sexarbeit wird häufig mit Menschenhandel gleichgesetzt. Sexarbeiter:innen kämpfen täglich mit den Vorurteilen, die ihrer Arbeit zugeschrieben werden. Oft trauen sie sich deswegen nicht, öffentlich oder mit Freund:innen und der eigenen Familie über ihre Arbeit zu sprechen.
Auf die Frage, warum Menschen in der Sexarbeit arbeiten würden Sexarbeiter:innen wahrscheinlich antworten, dass sie diese Arbeit machen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so wie Menschen in anderen Berufen auch. Meistens gibt es aber - wie bei anderen Berufsentscheidungen auch - mehrere Gründe. Zum Beispiel geht es neben dem Finanziellen auch um den Wunsch nach beruflicher und privater Veränderung, Abenteuerlust, Lust am Sex und/oder kurzfristige Verdienstmöglichkeiten. Wieviel Menschen in der Sexarbeit verdienen ist unterschiedlich. 
Sexarbeit ist - wie andere Arbeiten auch - oftmals körperlich und/oder psychisch anstrengend. Oft erzählen die Kund:innen den Sexarbeiter:innen von ihren Problemen und Sorgen. Das kennen andere Berufsgruppen wie Friseur:innen auch. Ärzt:innen oder Pfleger:innen berühren andere Menschen an sehr intimen Körperstellen - Sexarbeiter:innen auch. 
Sexarbeit wird von vielen Menschen als etwas Schlechtes gesehen. Das ist u.a. auf den gesellschaftlichen Umgang mit Sexualität - insbesondere mit der von Frauen -zurückzuführen. So gibt es nach wie vor gesellschaftliche Vorstellungen wie Sexualität sein soll. Sexualität, die außerhalb einer Ehe oder einer heterosexuellen Partnerschaft gelebt wird und die nicht dem Zweck der Fortpflanzung dient, gilt für viele nach wie vor als etwas, was nicht der Normalität entspricht. 
So wie die Arbeit von anderen Menschen nur einen Teil des Lebens ausmacht, ist es auch bei der Sexarbeit. Sexarbeiter:innen sind Menschen wie du und ich. Sie sind Eltern, Partner:innen, Freund:innen, Student:innen und vieles mehr. Und wie wir alle verdienen sie Respekt und Anerkennung. 


Beratungsstellen für Sexarbeiter:innen in Österreich    
Gerade weil Sexarbeit als Beruf stigmatisiert ist, gibt es in mehreren Bundesländern Beratungsstellen für Sexarbeiter:innen. Dort können sich Sexarbeiter:innen beraten lassen, wenn sie Fragen haben oder Unterstützung brauchen. Die Mitarbeiter:innen der Beratungsstellen machen auch Öffentlichkeitsarbeit, arbeiten an neuen Gesetzesentwürfen mit und versuchen etwas gegen die Benachteiligung von Sexarbeiter:innen zu tun.     
Auf den Homepages der Einrichtungen findest du genauere Informationen. Eine Liste mit Einrichtungen findest du hier.


 Stand: Oktober 2023

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