Sex im Netz

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Pornos

Pornos sind keine neue Erfindung. Die gab es schon als deine Eltern jung waren. Was sich geändert hat, ist die Einfachheit, mit der man Zugang zu pornographischen Inhalten hat, das Ausmaß des verfügbaren Angebotes und die Tatsache, dass man mit Pornos in Kontakt kommt, auch wenn man dies nicht wünscht.

Das Internet ist die erste Anlaufstelle für Pornografie geworden. Im Internet findet man unzählige Filme, Fotos und Zeichnungen, die Sex zwischen Menschen zeigen.

Anders als bei Liebesfilmen geht es bei Pornos fast immer nur und ausschließlich um Sex. Die Geschlechtsorgane sind die Hauptdarsteller. Gefühle wie Liebe, Zärtlichkeit, aber auch Unsicherheit und Angst, die ebenso zum realen Sex gehören, finden in Pornos meistens keinen Platz.

Pornos und Realität

Wer schon verliebt war, weiß: Mal fühlt man sich himmelhochjauchzend, auf rosaroten Wolken schwebend und dann am Boden zerstört und zu Tode betrübt.

Weil Pornos vorwiegend sexuelle Fantasien abbilden und nur dazu dienen die Zuschauer/-innen zu erregen, können sie mit der Realität nicht mithalten. Viele Jugendliche wissen dies und können zwischen Pornos und realem Sex unterscheiden. Deswegen sind negative Auswirkungen als Folge des Pornokonsums selten.

Jungs und Girls

69% aller Jungen und 57% aller Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren haben schon Pornos geschaut. Das heißt: Nicht alle, aber viele. Die Reaktionen sind unterschiedlich: Junge Frauen finden Pornos eher abstoßend und lehnen sie ab. Sie mögen auch das Verhalten der Frauen in Pornos und ihre Körper nicht. Im Gegensatz zu den Mädchen finden Jungs Pornos eher erregend. Das sind aber nur Trends und wie immer gibt es individuelle Unterschiede.

Was ist erlaubt, was nicht

Der Umgang mit Pornos ist gesetzlich geregelt und es ist wichtig, darüber informiert zu sein, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Das Jugendschutzgesetz in Österreich ist auf Länderebene geregelt. Für jedes Bundesland gelten also ein bisschen andere Regeln. Im Allgemeinen gilt aber: Wenn du einen Porno schaust, machst du dich nicht strafbar. Solltest du aber anderen Jugendlichen einen Porno zugänglich machen, also zum Beispiel per WhatsApp schicken, kannst du dich sehr wohl strafbar machen und angezeigt werden. Spezielle Regeln gelten vor allem bei Material, das kinderpornographisch ist. Personen unter 18 Jahren dürfen keine Pornos von sich machen und verbreiten, du darfst solche Pornos auch nicht anschauen. Eine Ausnahme gibt es nur beim Verschicken von Nacktaufnahmen (Sexting). Wenn du über 14 Jahre alt bist und die Person, an die du die Nacktaufnahme schicken möchtest ebenfalls (und sie dem Ganzen zustimmt), kannst du für das Bild seit Anfang 2016 nicht bestraft werden. 

Hier findest du auch Informationen zum Thema Nacktaufnahmen und Sexting.

Von Sexangeboten überflutet

Jugendliche kommen in Kontakt mit Pornografie, auch wenn sie dies nicht wollen. Dagegen kann man fast nichts tun: Es gibt so viele Anbieter, die ihre Sex-Videos und -fotos auf Servern außerhalb von Österreich gespeichert haben und für die Justiz unerreichbar sind.

Wenn du zufälligerweise auf die Inhalte einer Website mit illegalen oder verletzenden Inhalten stößt, klicke sie weg und lösche den Cache des Browsers. Du kannst Seiten mit kinderpornographischen Inhalten unter www.stopline.at vollkommen anonym und kostenlos melden!

Und wenn dich das Gesehene verunsichert oder erschreckt, dann ist es gut, darüber mit Freunden oder Erwachsenen zu reden oder auch Hilfe z.B. bei Rat auf Draht unter der Telefonnummer 147 zu suchen. 

Pornosucht

Es gibt Jugendliche, die regelmäßig, sogar täglich, Pornos anschauen. Sind sie deswegen süchtig? Haben sie ein Problem? Brauchen sie Hilfe?

Der tägliche Konsum von Pornografie reicht nicht aus, um jemanden als pornosüchtig zu bezeichnen. Der Verdacht auf Pornosucht besteht erst, wenn neben dem häufigen Konsum eine oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Aufgrund des intensiven Pornokonsums bleibt zu wenig Zeit für Freunde und Familie.
  • Die Arbeitsleistung verschlechtert sich, weil zu viel Zeit (auch in der Nacht) mit Pornos verbracht wird.
  • Diese Person spürt den ständigen Drang zu überprüfen, ob auf Porno-Websites neue Inhalte verfügbar sind.
  • Nachdem sie Pornos angeschaut hat, fühlt sich die Person schlecht oder schuldig. Trotzdem wird sie bald erneut nach Sexfilmen suchen.
  • Jedes negative Erlebnis und Frustrationen werden mit dem Pornokonsum „vergessen“.
  • Die Person gibt für Pornos mehr Geld aus als sie hat und macht Schulden.
  • Die dargestellten Porno-Szenen müssen extremer werden, um die gleiche Lust zu spüren.

Kennst du eine Person auf die eine oder mehrerer dieser Aussagen zutreffen? Oder fühlst du dich selbst angesprochen?

Pornosucht ist eine Suchtform und sie kann mit Unterstützung einer Fachperson geheilt werden. Informationen und Unterstützung bekommst du von deiner Jugendinfo oder unter www.rataufdraht.at 

Ist das alles?

Zum Thema Pornografie, egal ob im Internet, in einem Sexshop, in einem Nachtclub oder an einem Kiosk, gibt es noch einiges zu berichten. Für Interessierte: feel-ok.at bietet zu diesem Thema eine ganze Rubrik

Patronat
Quelle/n
Autor/-in
Oliver Padlina
Renate Krähenbühl
Revisor/-in
Lukas Wagner / Thomas Zenkl