Das sagen die Eltern
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Gamesucht erkennen

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Gamen ist faszinierend und unterhaltsam. Die Mehrheit der männlichen Jugendlichen, aber auch viele weibliche Jugendliche spielen Computerspiele – oft täglich und stundenlang. Eltern fragen sich daher: «Wie merke ich, wenn das Gamen nicht mehr nur Spaß, sondern Sucht ist?»

Die folgenden acht Punkte sind Warnsignale, die Eltern bei ihren Söhnen oder Töchtern über mehrere Monate beobachtet haben:

  1. Schulnoten werden immer schlechter – Gamesüchtige überschätzen sich. Sie denken, trotz dem Spielen die volle Leistung in Schule und Beruf erbringen zu können. Die Schulnoten werden aber immer schlechter.
  2. Hobbys gehen verloren – Die Sucht bestimmt das Leben. Hobbys wie Sport oder Musik, die früher Spaß gemacht haben, werden vernachlässigt. Viele gamesüchtige Jugendliche melden sich von sämtlichen Hobbys ab.
  3. Games sind wichtiger als Freunde – Gamesüchtige Jugendliche ziehen sich zurück und bleiben zu Hause vor dem Computer. Aufforderungen von Freunden, etwas zusammen zu unternehmen, lehnen sie immer mehr ab.
  4. Täglich stundenlanges Gamen - Gamesüchtige können ihren Konsum von Computerspielen kaum mehr kontrollieren. Sie spielen täglich stundenlang und nehmen nicht mehr an gemeinsamen Mahlzeiten teil. Oft gamen sie auch nachts.
  5. Abgemachte Gamezeiten nicht einhalten - Wenn Eltern mit ihren Söhnen oder Töchtern Zeiten vereinbaren, während denen gespielt werden darf, ist es für sie schwierig, diese Abmachungen einzuhalten. Auch schriftliche Verträge werden sehr oft gebrochen.
  6. Lügen auftischen - Viele Jugendliche schämen sich dafür, dass sie nicht mehr aufhören können zu spielen. Sie verheimlichen, wie lange sie vor dem Computer gesessen haben. Oft werden Eltern mit Lügen konfrontiert.
  7. Streit und Gewalt - In Familien mit einem Jugendlichen, der onlinesüchtig ist, gehört Streit zum Alltag. Sowohl Eltern als auch Jugendliche leiden unter diesen Auseinandersetzungen. Aggressionen und Handgreiflichkeiten (z.B. Schläge, Ohrfeigen, Fußtritte) nehmen zu.
  8. Spieltwelten werden zu Realität - Jugendliche erzählen von den Welten in den Games, als ob diese real wären. Sie identifizieren sich sehr stark mit den Games. Viele entwickeln einen extremen Ehrgeiz, perfektionieren ihre Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Strategie und steigen dadurch in den Rankinglisten immer weiter auf.

 Sie als Eltern können keine Diagnose stellen. Sie können aber die Symptome beobachten und ernst nehmen. Wenn mehrere dieser Warnhinweise immer wieder auftreten und über viele Monate bestehen bleiben, kann Ihnen und Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter eine Fachperson weiterhelfen. Eine Spezialistin oder ein Spezialist gibt Kraft und fördert die Begabungen sowie die starken Eigenschaften Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter sowie der gesamten Familie. In einem weiteren Schritt werden individuelle Lösungswege aus der Onlinesucht und ihren Folgen entwickelt.

Patronat
Autor/-in
Betroffene Mütter und Väter (anonym)
Daniela Heimgartner
Revisor/-in
Franz Eidenbenz / Eva Kouba
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