Onlinesucht

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Was kann ich gegen die Onlinesucht tun?

Du hast gemerkt, dass du deinen Onlinekonsum nicht mehr wirklich im Griff hast. Oder du kennst jemanden, dem/der es so geht. Was kannst du dann tun? Wir haben dir hier ein paar Überlegungen und Tipps zusammengestellt.

Wer mit dem Rauchen aufgehört hat, sollte keine Zigaretten mit sich tragen. Das ist doch logisch. Mit der Onlinesucht klappt aber diese Logik nicht. Onlinefähige Geräte brauchst du für die Schule, am Arbeitsplatz und auch für sinnvolle Freizeitaktivitäten (z.B. ein Video schneiden, eine Geschichte schreiben, eine Party organisieren…). Wer eine Onlinesucht hat, kann nicht einfach «den Computer oder das Smartphone» wegwerfen, sondern hat keine andere Wahl als zu lernen, den Online-Konsum in den Griff zu kriegen.

Falls du bei dir Anzeichen einer Onlinesucht erkennst, lautet die gute Nachricht: «Du kannst etwas dagegen tun!». Schon die Tatsache, dass du das Problem erkennst, ist bereits ein ganz wichtiger Schritt nach vorn. Du brauchst dennoch Geduld und Durchhaltewillen, da eine Sucht meistens nicht von heute auf morgen verschwindet und Unterstützung brauchst du wahrscheinlich auch.

Klare Regeln festlegen

Onlinesucht: Klare Regeln festlegen

Beginne damit, dir klare Regeln festzulegen: Bestimme wie viele Stunden du pro Tag noch spielen oder in sozialen Netzwerken verbringen willst. Du kannst dir z.B. auch nur noch bestimmte Tageszeiten für Online-Aktivitäten reservieren.

Diese Regeln helfen dir, wieder mehr Zeit für deine sozialen Kontakte (Freunde, Familie), deine Pflichten (Schule, Haushalt) und Hobbys zu haben.

Du kannst dir auch ein Belohnungssystem überlegen: Wenn du es z.B. schaffst dich während einer Woche an deine Regeln zu halten, dann schenkst du dir etwas. Und bei jeder weiteren Woche, die dazu kommt, leistest du dir etwas mehr.

Tote Zeiten überbrücken

Onlinesucht: Tote Zeiten überbrücken

Überlege dir im Vorhinein, was du während der Offline-Zeit machen wirst. Du brauchst alternative Tätigkeiten für die Zeit ohne Games und ohne soziale Netzwerke, sonst ist die Versuchung wieder vor dem Bildschirm zu landen viel zu groß und Rückfälle sind vorprogrammiert.

Was kannst du tun, wenn du offline bist? Freunde treffen, einem Sportverein beitreten, Hausaufgaben machen, kochen, etwas tun was du früher gerne gemacht hast... was auch immer...

Sich selbst sperren

Vor allem am Anfang kann die Versuchung sehr groß sein, dass du dich doch wieder zu lang online aufhältst.

Deshalb kann es hilfreich sein, wenn du selbst dafür sorgst, dass du keinen Zugang zum Computer oder zu deinem mobilen Gerät hast. Du kannst z.B. deine Geschwister oder Eltern fragen, während bestimmten Zeiten, die «gefährlichen» Websites zu sperren, das WLAN mit einem dir unbekannten Passwort zu schützen oder ganz abzuschalten. Du könntest ihnen auch dein/en Laptop/Tablet/Smartphone für einen bestimmten Zeitraum geben.

Wenn du alleine nicht weiterkommst

Onlinesucht: Wenn du alleine nicht weiterkommstIst die Online-Verlockung viel zu groß? Langweilst du dich, wenn du offline bist? Fragst du dich, was das Ganze soll? Eine Onlinesucht zu überwinden ist möglich, aber nicht einfach. Wer Unterstützung annimmt, hat schon bessere Karten. Wie sieht es mit deinen Eltern aus? Mit dir vertrauten Personen, Tanten/Onkeln/Patin/Pate/Großeltern, oder (älteren) Freunden? Könnten sie dir in dieser schwierigen Zeit beistehen?

Unter saferinternet.at findest du eine Liste von Beratungsstellen. Suchthaufen.net bietet weitere Infos und Tipps zum Thema Onlinesucht. Oder möchtest du gleich persönlich mit jemandem reden? Dann ruf die Nummer 147 (kostenlos, rund um die Uhr, ohne Vorwahl!) an oder geh auf die Webseite von Rat auf Draht und nutze die Onlineberatung. Berater/-innen sind Erwachsene, die dir zuhören, über deine Probleme mit dir sprechen und dich begleiten, mit dem Ziel, dass du auch ohne Bildschirm wieder Freude am Leben hast. Weitere Adressen von Beratungsstellen in deiner Region findest du auf INFO SUCHE.

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Autor/-in
Isabel Willemse