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Wenn man Eltern fragt, wer schuldig ist, dass der Sohn oder die Tochter onlinesüchtig ist, wird meistens die Online-Industrie genannt.
Die Entwickler von Games und von Sozialen Netzwerken wollen in der Tat, dass die Nutzer:innen möglichst viel Zeit mit ihren Angeboten verbringen.
Wenn die Onlinesucht-Problematik das eigene Kind belastet, sind starke Emotionen seitens der Eltern verständlich: Wut, Enttäuschung und Vorwürfe, die sich gegen diese Industrie richten, sind die logische Folge.
Sie könnten zuerst ein bisschen Zeit mit den Onlineangeboten verbringen, die Ihr Kind nutzt. Versuchen Sie herauszufinden, warum diese Angebote für Jugendliche so attraktiv sind.
Vielleicht können Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter darum bitten, Sie auf dieser Reise zu begleiten. So fühlt sich Ihr pubertierendes Kind ernst genommen und berichtet über etwas, was ihm Spaß macht.
Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie neue Fähigkeiten Ihres Kindes entdecken, und die meisten Kinder freuen sich über das Interesse der Eltern – auch wenn sie es vielleicht etwas befremdlich finden. In Kürze: Das ist gut für die Beziehung.
Daraus kann eine Diskussion beginnen
Sie können z.B. fragen: «Wie funktioniert das Spiel und was findest du spannend?». So bringen Sie Ihr Kind dazu, bewusst zu reflektieren, was sich die Anbieter überlegt haben, damit es den Bildschirm kaum verlässt.
Mit «Warum wurde das Spiel entwickelt?» können Sie ihm dabei helfen zu begreifen, dass es Teil eines riesigen Geschäftes ist, mit dem andere reich werden.
Ihr Tonfall ist dabei entscheidend
Er sollte respektvoll sein und Interesse für die Meinung des Kindes zeigen. Moralische oder abwertende Kommentare Ihrerseits (z.B. gegen das Spiel oder die Hersteller) könnten hingegen zu unerwünschten Reaktionen führen und sollten daher vermieden werden.
Perspektive wechseln
Sie können Ihr Kind mit guten Fragen dazu bringen, seinen Onlinekonsum aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Die Sensibilisierung allein wird wahrscheinlich keine Onlinesucht verhindern, hilft dennoch, Zusammenhänge zu verstehen: Und dies kann für die weitere Entwicklung günstig sein.
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