Stärken zu stärken ist ein wesentlicher Wirkfaktor für Erfolg.
Ein bekannter Galerist ist in seinem Beruf sehr erfolgreich. Die Gründe dafür sind sein umfassendes Wissen, sein Ideenreichtum und seine Ausdauer. Als versierter Netzwerker denkt er nicht nur an sein Geschäft, sondern auch ganz stark an den Erfolg von Personen innerhalb dieses Netzwerkes: „Ich sehe, du hast…, Wär das nicht etwas für dich…., Könntest du dir vorstellen…., Wie wäre es wenn…, Es gibt da ein Projekt…, ich habe mir gedacht, du könntest…“
Auf diese Weise verhilft er Menschen mit Vorschlägen und Ideen, die zu ihnen passen, zu neuen persönlichen Zugängen und zu Erfolgen. Und es ist ganz verständlich, dass diese Erfolge letztlich wieder auch zu seinem eigenen Erfolg führen, also zu ihm zurückkommen.
„Es gibt nichts Erfolgreicheres als Erfolg!“ ist eine uns bekannte Redewendung. Und Erfolg zieht sozusagen als Kreislaufphänomen weiteren Erfolg nach sich.
Auf Unterricht übertragen bedeutet das: Es ist für Lernende von hoher Bedeutung individuell erfolgreich sein zu können.
Aus diesem Erfolgsgefühl heraus (relative Zufriedenheit, mehr Ausgeglichenheit, mehr Ruhe) entstehen weitere Leistungen, die wiederum zu Erfolgserlebnissen führen.
Da NICHT alle Kinder und Jugendliche GLEICH erfolgreich sein können/ wollen ist es bedeutsam, dass sie bewusst zu Erfolgserlebnissen geführt werden.
Wenn SchülerInnen etwa Texte nicht verstehen, Übungen nicht bewältigen oder Aufgaben nicht erfassen können, reagieren sie meist mit Apathie oder Aggression und Unterrichtsstörungen. SchülerInnen, die nun häufig solche Erfahrungen machen, entwickeln ein negatives Selbstbild in Hinblick auf ihr Leistungsvermögen. Die Folge ist Motivationsverlust und eine NEGATIV-Spirale.
Diese ist nur zu durchbrechen, wenn die Lehrpersonen den einzelnen SchülerInnen unterschiedliche, auf die junge Person zugeschnittene Lern- und Leistungsangebote machen, sodass auch sie auf ihrer Stufe individuell erfolgreich sein können.
Was können Sie als Lehrperson tun?
Leistungsfortschritte gegenüber der jeweilige Ausgangslage
Für SchülerInnen und LehrerInnen ist es wichtig erfolgsorientiert (ergebnisorientiert) und nicht fehlerorientiert zu denken. Erfahrungen dienen der Entwicklung. Erst bei einer Erfahrung, die nicht genutzt wird, kann man von einem vermeidbaren Fehler sprechen.
Eine Rückmeldung unter einer Hausübung:
Liebe Hashem! (vor 2 Jahren aus Afghanistan) Du hast die für dich maximale Punkteanzahl sogar übertroffen! Du hast hier einen besonders kreativen und originellen Text geschrieben. Ich würde mich freuen, wenn du der Klasse einmal verrätst, wie du deinen Wortschatz auf diesen beachtlichen Stand gebracht hast!
Beispiele für erfolgsorientierte Rückmeldungen zu einem Thema, das zu kritischer Auseinandersetzung anregt:
SchülerInnen lernen so selbst, eigene Lernfortschritte und die anderer zu erkennen und zu verbalisieren. Erfahrungen mit Integration und Inklusion zeigen, dass SchülerInnen sehr bald beginnen die Leistungen und Fortschritte von Kindern mit besonderen Bedürfnissen zu erkennen und zu beschreiben.
Das Ganze kann wirken wie ein selbstlernendes System. Wenn es Ihnen und den SchülerInnen einmal Freude macht so zu denken und so zu arbeiten, also das Lernen grundsätzlich auch an individuellen Erfolgsmerkmalen zu orientieren, ist es Ihnen ein Leichtes weitere Beispiele und Möglichkeiten zu finden. Es entsteht eine POSITIV-Spirale.