Sexuelle Gewalt

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Alle Gefühle sind normal

Sexuelle Übergriffe können sehr viele Gefühle auslösen, und sie können sehr verwirren. Wichtig ist, dass du deine Gefühle ernst nimmst und erkennst: Du bist nie Schuld, wenn dich jemand zum Sex zwingt. 

Während einem sexuellen Übergriff bist du macht- und hilflos. Das kann ganz viele Gefühle auslösen: Vielleicht hast du ein unklares mulmiges oder unangenehmes Gefühl. Oder du hast Angst, dass es wieder passiert oder dass es jemand erfährt. Viele schämen sich, andere empfinden eine Riesenwut auf die Person, die ihnen das angetan hat.

Vielleicht bist wütend auf dich selbst, weil du findest, du hättest dich nicht genug gewehrt. Manche geben sich die ganze Schuld – so als läge es in ihrer Macht, was passiert ist. Das ist für sie leichter zu ertragen als das Gefühl, ein ohnmächtiges Opfer zu sein. Wichtig ist: Du trägst keine Schuld! Eine Person, die einen Übergriff macht, trägt immer die Verantwortung dafür.

Es kann auch sein, dass du einen ziemlichen Gefühlswirrwarr erlebst. Zum Beispiel weil du während des Übergriffs sexuell erregt warst (drilldown). Sehr verwirrend ist auch, wenn dich jemand zu Sex gezwungen hat, den du gern magst oder gar liebst. Möglicherweise fühlst du dich dann hintergangen, ausgenützt, wütend, traurig und verzweifelt.

Es kann auch sein, dass du gar nichts fühlst – weil alles einfach zu viel war.

Egal was du fühlst: Nimm die Gefühle ernst. Fachpersonen können dir helfen, mit ihnen umzugehen.

Patronat
Autor/-in
Annette Bischof-Campbell
Ingrid Hülsmann